Archiv 2016

Ball der Landwirtschaft am 03.12.2016 in Rodenkirchen

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Die freigesprochenen LandwirtInnen

Dr. Karsten Padeken, erster Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch, betonte in seiner Begrüßungsrede in der mit 650 Gästen gefüllten Rodenkirchener Markthalle an die Freizusprechenden den „Dreiklang Nachhaltigkeit“, bestehend aus Ökologie, Ökonomie und sozialen Aspekten. Zusammen mit der Gesellschaft und der Politik müsse eine nachhaltige Landwirtschaft entwickelt werden, die das Weiterbestehen und damit die Zukunftsperspektive für die AbsolventInnen der landwirtschaftlichen Ausbildung ermögliche. Zurzeit werde aber von „Anti-Agrar-Aktivisten“ ein negatives Bild der Landwirtschaft gezeichnet. Die immer städtischer werdende Gesellschaft beziehe ihr Wissen überwiegend aus den Medien statt aus der Originalbegegnung mit Landwirten und ihren Betrieben, dies wirke sich letztendlich auch auf Verordnungen und Gesetze aus. Umso wichtiger sei es, das sich  jeder einzelne Landwirt an der Diskussion über die Landwirtschaft beteilige und den Dialog mit der Gesellschaft suche, denn „gesellschaftliche Akzeptanz ist neben Boden und Kapital ein neuer Produktionsfaktor“.

Freigesprochene LandwirtInnen:

Jan Borries, Julia Chwalek, Sarah Cwik, Madeleine Felsmann, Arne Folkers, Arne Frerichs, Hanke Harms-Herrmann, Tim Heidenreich, Ole Heinemann, Hendrik Hohnholz, Svenja Janssen, Nils Kabernagel, Vanessa Linke, Kai Padeken, Jantje Reitsma, Mark Steenblock, Lars Stöver, Michael Stöver, Florian Warnken, Marcus Wichmann.

LandwirtschaftsmeisterInnen:

Mark Morssink, Mareike Suhren

Staatl. geprüfte Betriebswirte und Landwirtschaftsmeister:

Fabian Besener, Sören Röver, Simon Schwenk, Hauke Steenken

Staatl. geprüfte(r) Betriebswirt/in:

Sven Hülstede, Thiemo Plate, Nynke van der Zijl, Tobias Blankemeyer

Hauswirtschafterinnen:

Anne Ahlers, Annemarie Boersma, Anna-Lena Bohne, Linda Djuren, Theresa Grafe, Dörte Hegeler, Jaqueline Meyer, Julia Reinhold, Mareike Schröder, Julia Schröter, Jana Schulz, Sandra Uehlken, Mareike Wolters.

Hauswirtschaftsmeisterinnen:

Melanie Held, Meike Katt, Jutta Marquard

Den BUS- Unternehmerbrief erhielten:

Jan-Gerd Eiting, Holger Folkens, Jan-Derk Gieseke, Dirk Herzog, Frerk Hespe, Wilko Irps,

Romke Kleyhauer, Hendrik Lübben, Holger Noehrnberg, Detlef Schröder, Jago Segger-Harbers, Carsten Reents

Weitere Bilder finden Sie auf der Bildergalerie.

 

Bauern setzen Milchpreis-Petition fort

Preisverfall im Einzelhandel vorerst gestoppt – Übergabe an Edeka in Minden

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Übergabe bei Edeka in Minden (von links): Alexandra Antonatus, Dieter Krüger (beide Edeka), Dr. Karsten Padeken (Landvolk Wesermarsch), Frank Thiedig (Edeka) und Hartmut Seetzen (Landvolk Friesland).
Bild: Echt Grün

Hannover/Minden. Eine positive Zwischenbilanz ihrer Online-Milchpreispetition hat die Initiative „Echt Grün – Eure Landwirte“ gezogen. Die von inzwischen sieben Kreislandvolkverbänden mit 25.000 Mitgliedern aus Niedersachsen getragene Initiative hatte seit dem vergangenen Juni die Verbraucher zum Unterschreiben der Petition aufgerufen. Anlass war der inzwischen gebremste Verfall der Milchpreise im Einzelhandel und die auf einen Tiefpunkt gesunkenen Milch-Auszahlungspreise der Molkereien an die Landwirte.

In der Petition werden die großen Handelsketten und Discounter aufgefordert, ihren Preiskampf mit Niedrigpreisen für Milch und Milchprodukte auf dem Rücken der Milchbauern zu beenden. Nach Angaben der Initiative haben bislang 26.108 Menschen die Online-Petition unterschrieben.

Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Landvolks in der niedersächsischen Milchvieh-Region  Wesermarsch, würdigte die große Beteiligung an der Petition: „Das Interesse ist ungebrochen groß. Die bisher schon geleisteten Unterschriften machen deutlich, dass die Verbraucher nicht viel vom Verramschen hochwertiger Lebensmittel halten.“

Die hohe Beteiligung an der Petition offenbare zudem eine große Verbundenheit der Verbraucher mit der Landwirtschaft. Die engagierten Reaktionen und ausführlichen Diskussionen in den Sozialen Netzwerken über die Entwicklung der Milchpreise seien außerdem ein Beleg dafür, dass sich sehr viele Menschen intensiv mit dem Thema Lebensmittelproduktion befassten, meinte Karsten Padeken.

„Nicht in meinem Namen“ lautet der Titel der Online-Petition, deren erste Ergebnisse jetzt Vertreter der Initiative „Echt Grün – Eure Landwirte“ an leitende Mitarbeiter der Edeka-Handelsgruppe Minden-Hannover mit Sitz in Minden übergaben. Neben Karsten Padeken war auch der Vorsitzende des Kreislandvolkverbandes Friesland, Hartmut Seetzen, nach Minden gefahren, um gegenüber den Edeka-Verantwortlichen die Haltung der Milchbauern zu verdeutlichen. Allerdings machte das Einzelhandelsunternehmen in einem längeren Gespräch mit „Echt Grün“ auch die Milchbauern für den „Preisverfall“ bei Milch verantwortlich. Sie würden eindeutig zu viel Milch produzieren.

Obwohl die Molkereien die Auszahlungspreise an die Milchbauern in jüngster Zeit erhöht haben, hält „Echt Grün – Eure Landwirte“ an der Milchpreis-Petition fest. Die Verbraucher sind weiterhin zur Unterschrift aufgefordert. Hartmut Seetzen: „Wir bitten weiterhin um Unterstützung, denn auch wenn Molkereien den Bauern inzwischen 30 Cent pro Liter Milch bezahlen, ist das zwar ein deutlicher Schritt nach vorne, der aber längst nicht ausreicht.“

Die Milchbauern könnten noch lange nicht von einem Kontoausgleich sprechen. Schließlich sei die Durststrecke sehr lang gewesen und so mancher landwirtschaftliche Betrieb habe diese Krise nicht überstanden, so Hartmut Seetzen. Betriebsaufgaben oder Fusionen seien die Folge. Deutlich sei jedoch jetzt schon ein Rückgang der produzierten Milchmenge in Deutschland.

Die Online-Milchpreispetition ist weiterhin unter
www.eure-landwirte.de zu erreichen.

 

Lehrkräfte informieren sich über die Milchwirtschaft

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Andreas Speckels-Suhren (li) erklärt die Zusammensetzung einer Futterration

Auf dem Betrieb Speckels-Suhren in Nordenham erfuhren Lehrkräfte der Sekundarstufe 1 (Klassenstufen 5-9)  Interessantes über die Entstehung des Lebensmittels Milch und die Möglichkeiten, Hoferkundungen in den Unterricht einzubauen. Bei einer Verkostung konnten sie ihren Geschmackssinn testen, als es vier verschiedene Milchsorten zu bestimmen galt. Aus der Schülerperspektive nutzten sie verschiedene Arbeitsblätter und befassten  sich z.B. mit der Technik der Futtergewinnung, der Fütterung der Kühe und dem Melkvorgang. Letzteren konnten sie beherzt auch praktisch durchführen und damit ganz neue persönliche  Talente erfahren!

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Tanja Buse von der Oberschule Nordenham hat bereits Interesse an der Durchführung des Unterrichtsprogrammes „Landwirtschaft zum Anfassen“ bekundet. Hier gehen die Schüler der 7. oder 8. Klassen eine Woche lang als mitarbeitende Praktikanten auf die Betriebe der Region (siehe auch www.kreislandvolk-friesland.de/schule-bauernhof/) und lernen so die Entstehung ihrer Lebensmittel hautnah kennen.

Achtung! An alle Mitglieder!

Neue Düngeverordnung betrifft jeden – jetzt das Anhörungsrecht nutzen!

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Jeder Landwirt hat aktuell die Möglichkeit, seine persönlichen Bedenken zum Entwurf der Düngeverordnung beim zuständigen Bundeslandwirtschaftsministerium einzureichen. Die Regelungen für das Beteiligungsverfahren und der Entwurf der Düngeverordnung können im Internet unter https://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Pflanzenbau/Ackerbau/_Texte/Duengung.html#doc604012bodyText3  abgerufen werden.

Unter nachfolgendem Link http://www.landvolk.net/Agrarpolitik/Duengeverordnung/duengeverordnung.php können Sie den gesamten Text  mit den 23 aufgeführten Themenbereichen aufrufen. Durch Anklicken der einzelnen Themenbereiche öffnen sich jeweils Textbausteine, die Sie in Ihre persönliche Stellungnahme einbauen können.

Wir hoffen, dass möglichst viele Mitglieder eine persönliche Einwendung fristgerecht beim

BMEL

Referat 511

Rochusstraße 1

53123 Bonn

bis zum 25. November 2016  per Post einreichen, um unsere politischen Bemühungen der letzten 2 Jahre zu unterstützen!

 

Beiratssitzung vom 19.10.2016

Zu Beginn der Beiratssitzung berichtete Dr. Karsten Padeken von den Veränderungen im Kammergesetz der LWK Niedersachsen. Künftig würden die Befugnisse deutlicher getrennt, z.B. entsteht eine eigene Düngebehörde. Die Eigenständigkeit der Kammer bleibt weitestgehend erhalten, dazu habe auch die Unterstützung von Seiten der SPD beigetragen.

Ab dem Frühjahr 2017 beginnt ein fünfjähriges freiwilliges Programm zur Begrenzung der Paratuberkulose bei Rindern. Die Paratuberkulose ist eine langsame, schleichende und nachhaltig an der Wirtschaftlichkeit der Rinderhaltung nagende Krankheit. Zwischen der Infektion und dem Auftreten erster klinischer Anzeichen kann eine lange Zeit vergehen. Die Verbreitung der Krankheit im Bestand wächst mit den Generationen.

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In Grünlandregionen wird von 15-20 % betroffenen Tieren ausgegangen. Teilnehmende Betriebe verpflichten sich u.a. zur Nutzung der Beratungsmöglichkeiten mit dem  Ziel, betriebsspezifische  Hygienemaßnahmen zu verbessern und das Bewusstsein für die Risiken einer Verschleppung von Tierseuchen zu schärfen.  Dies kann z.B. für den künftigen Export von Tieren oder Produkten relevant werden, wenn importierende Länder den Nachweis der Paratuberkulosefreiheit verlangen.

Dr. Padeken berichtete, dass der 3. Entwurf der Düngeverordnung im Jahr 2017 Verschärfungen in den nitratsensiblen Gebieten mit sich bringe. Die Grünlandgebiete in der Wesermarsch würden zu Unrecht für die Senkung der Grundwasserbelastung  in anderen Regionen Niedersachsens in Mitleidenschaft gezogen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Barbara Hendricks beabsichtige mit der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes Einschränkungen beim  Grünlandumbruch. Weitere Überlegungen betreffen die stärkere Regulierung von Grundstücken, auf denen Jauche, Dünger oder Mist aufgebracht wird. „Hendricks bevorzugt die extensive Grünlandnutzung mit Schafen, Ziegen  und Mutterkühen“, ergänzte Dr. Padeken. Zu diesem Thema möchte er die Bundestagsabgeordneten zu einer Diskussion einladen. Ferner sei ein Gegengutachten nötig, um zu starke Beschränkungen der Moorflächennutzung zu verhindern. Der KLV Wesermarsch engagiert sich diesbezüglich im „Moorschutzdialog“  (www.klimaschutz.de/de/projekt/deutscher-moorschutzdialog),  in dem Wissenschaftler, Umsetzer für Moorschutzprojekte aus dem kommunalen Raum und Entscheidungsträger aus Bund und Ländern gemeinsam realistische Reduktionsziele von Emissionen durch Moor-Wiedervernässung und Paludikultur entwickeln sollen. Nach Dr. Padekens Ansicht müssen hier vermehrt die Erfahrungen der Landwirte und des Entwässerungsverbandes einfließen.

Hendrik Lübben berichtete über die  aktuelle Situation auf dem Milchmarkt hin (siehe Artikel über die gemeinsame Milchausschusssitzung vom 11.10.2016) sowie auf die Bemühungen von Minister Christian Schmidt, Steuerbefreiungen bei Veräußerungsgewinnen und eine dreijährige Gewinnglättung zu erreichen. Für das dritte Hilfsprogramm schießt Deutschland 58 Mio. € zu für eine Beihilfe von 36 Cent/Liter bei mindestens 58.000 kg Anlieferungsverminderung pro Betrieb.

Manfred Ostendorf gab einen Überblick über den Sachstand der Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“ und die künftig geplanten Aktivitäten. Mit dem Kampagnennamen werde der grünen Partei der Name streitig gemacht, denn sie müssten erklären, wer schon länger „grün“ sei. Die Kampagne solle aber auch nach Innen wirken, um Kollegen „in der Grauzone“ bei Tierschutz und Düngung wachzurütteln. Die Landwirtschaft müsse sich gemeinsam mit der Gesellschaft in eine neue Richtung bewegen.

Inge Hayen wies auf das Sorgentelefon hin: Die dortigen Ansprechpartner haben einen landwirtschaftlichen Hintergrund und bieten eine Chance, sich auszusprechen, gemeinsam  Lösungen zu finden und gegebenenfalls eine Familienberatung durchzuführen.

In der Diskussion berichtete ein Landwirt von seinen positiven Erfahrungen mit dem Eisbrand (-70 bis -80 Grad) als Alternative zum demnächst verbotenen Kaltbrand bei Rindern. Ohne eine Erkennungsmöglichkeit von hinten gebe es Probleme bei der Milchkontrolle, z.B. in den Side-by-side-Melkständen, da hier die elektronische Erfassung nicht immer einwandfrei funktioniere.

Gemeinsame Milchausschusssitzung vom 11.10.2016

Den Beitrag finden Sie hier auf der Webseite des Kreislandvolkverbandes Friesland.

Kaiserwetter beim Braker Herbstmarkt

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Reger Betrieb herrschte auch am Stand des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch e.V.

Der 15. Braker Herbstmarkt wurde am Morgen des 1. Oktober 2016 durch Dr. Karsten Padeken, 1. Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes, und Annegret Schildt, Vorsitzende des KreisLandfrauenVerbandes Wesermarsch, eröffnet. Er stand in diesem Jahr unter dem Titel „Aktiv in den Herbst“.

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Fleißige Landfrauen-Hände hatten ein vielfältiges Angebot geschaffen

Aktiv waren auch die Landfrauenvereine der Region gewesen, die ihre Stände mit verlockendem Selbstgemachtem – von der Marmelade über den Kürbisstuten bis zur gestrickten Socke- gefüllt hatten. Viele Vereine hatten am Vogelscheuchen-Wettbewerb teilgenommen und präsentierten ihre kreativen Einfälle. Für die Jury war es gar nicht so leicht, die schönsten zu bestimmen. Daher gab es den ersten Preis in doppelter Ausführung: für den Landfrauenverein Moorriem und das Diakonische Werk.

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Annegret Schildt verkündet die Preisträger des Vogelscheuchenwettbewerbes

Die Abbehauser Volkstanzgruppe, die „Tanzmäuse“ und die „Lucky Line Dancers“ bereicherten mit ihren Vorführungen den Braker Herbstmarkt zum Vergnügen der Zuschauer. Ganz nach dem Motto: „Aktiv in den Herbst!“

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Übergabe der Erntekrone

Bei der Übergabe der Erntekrone im Braker Kreishaus war die Stimmung durchaus gedrückt. „Die Lage auf den Betrieben ist seit einem Jahr nicht besser geworden“, sagte Rainer Mönnich vom Landvolk-Ortsverein Köterende. “ Es ist schlichtweg zum Heulen“. Die Erntekrone, gebunden vom Ortslandvolkverein Köterende,  zeugte mit Trauerschleifen von der kritischen Situation.

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Trauerflor zeigte die Erntekrone anlässlich der Krise in der Landwirtschaft (v.li: Dr. Karsten Padeken, Landrat Thomas Brückmann).

Landrat Thomas Brückmann betonte, dass „unsere Landwirtschaft versucht, umwelt- und tiergerecht zu arbeiten. Die guten Milchleistungen der Kühe sprechen für das Tierwohl  im Landkreis.“

Kreislandvolkvorsitzender Dr. Karsten Padeken ließ die Vegetationsperiode Revue passieren. „Die Qualität der Grasernte lässt zu wünschen übrig. Beim Getreide wurde weniger als die Hälfte der Vorjahresmenge geerntet“. Erste Betriebe seien wegen der Milchpreiskrise insolvent, insgesamt stünden die Bauernfamilien unter hohem psychischem Druck.Zwar gehe der Milchpreis leicht nach oben, aber die Lücke zwischen den Vollkosten und dem Auszahlungspreis der Molkereien sei bei weitem noch nicht geschlossen.

Ein weiteres großflächiges Problem seien die Gänsebestände, die mit verlängerten Rastzeiten und stark zugenommener Population immer mehr landwirtschaftliche Flächen kahlfressen und verkoten. Hier seien der Naturschutz, der Kreislandvolkverband und der Landkreis zusammen mit den Regionen Friesland und Ostfriesland gefragt, um gemeinsam ein neues Modell des Gänsemanagements auf die Beine zu stellen.

Landrat Thomas Brückmann räumte ein, dass „ein echtes Gänsemanagement zurzeit nicht möglich sei“. Für die Einreichung weiterer Gebietskulissen müsste vom Land Geld bereitgestellt werden, „und  hier gehen Theorie und Praxis auseinander. Die Flächen mit hohem Gänsebesatz wechseln ständig und sind schwer einzugrenzen“.

Renko Eilts von der LWK Niedersachsen wies auf das im Herbst vorgesehene Forum innerhalb der Erstellung des Regionalen Raumordnungsprogrammes hin, bei dem die bisherigen Ergebnisse aus dem landwirtschaftlichen Fachbeitrag vorgestellt werden.

Dr. Padeken wies auf den positiven Nutzen von Flurbereinigungen hin, „damit in Zukunft Flächen nicht zu stark zerstückelt werden“. Hofnachfolger würden durch langwierige Planungsverfahren z.B. im Straßenbau bei der Entwicklung ihrer Betriebe unter Umständen viele Jahre lang gebremst .

„Das ist ein Problem in der gesamten Republik“, ergänzte Landrat Brückmann,“ die Umsetzung von der Planung bis zum Bau dauert zu lange.“

Dr. Padeken wies auf die Bedeutung des Grünlandzentrums hin, für das eine solide Grundfinanzierung nötig sei.  Landrat Brückmann betonte, dass auch “ die anderen Landkreise verstehen müssen, welche Bedeutung das Grünland z.B. bei Klimaschutz hat“ und ihren Teil zur Mitfinanzierung beitragen sollten.

Die anwesenden Landwirte beklagten die Vereinnahmung von Flächen im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen  und die manchmal wenig sinnvolle Umwidmung der ehemaligen Nutzflächen, z.B. im Zuge des Baues der neuen B212: „Bestes Marschland wurde aufgestaut, alle Bäume mussten gefällt werden, weil sich Wiesenbrüter ansiedeln sollen. Doch die Störche aus der anliegenden Storchenaufzuchtstation dezimieren Vogelbrut  und Junghasen“. Und die Bauern wünschen sich, früh genug angesprochen zu werden, wenn es um „Ortsverschönerung mit Veränderung der Straßengestaltung “ gehe, damit die Passierbarkeit der Verkehrswege für die landwirtschaftlichen Gespanne und Maschinen erhalten bleibe.

Annegret Schildt, Vorsitzende der KreislandFrauenverbandes Wesermarsch, wünschte sich, dass „Landwirte und Landfrauen im Vorfeld von Entscheidungen ihre Einwände weitergeben können“. Die Landfrauen böten vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Krisensituation auf den Höfen zusammen mit der Landwirtschaftskammer moralische Unterstützung mit dem Seminar „Mit Belastungen umgehen“ an. Denn trotz allem „kommt nichts dem Landleben gleich, es vermittelt mehr echte Freuden als jede andere Lebensweise.“

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Münchner Gespräche

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Junge LandwirtInnen im Gespräch mit Minister Christian Schmidt (re: Hendrik Lübben)

Auf dem Bauerntag in Hannover (30.06.2016, siehe Video) schilderten die jungen Landwirte auf der Bühne eindrücklich ihre persönliche Betroffenheit als Hofnachfolger, die sich u.a. mit der Milchkrise und dem Imageverlust der Landwirtschaft auseinandersetzen müssen. Minister Christian Schmidt zeigte sich derart beeindruckt von den Redebeiträgen der Junglandwirte, dass er sie spontan zu einem Gespräch einlud. Hendrik Lübben nutzte die Gelegenheit am 20. September 2016, um dem Minister die Situation der Landwirte in Friesland und der Wesermarsch zu beschreiben und über die nötigen Maßnahmen zu diskutieren.

Tagesfahrt in die Verbandsgebiete Wesermarsch und Friesland

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Gute Aussichten vom Turm im Bollenhagener Moorwald

Ortsvorsitzende und Mitglieder der Vorstände nahmen am 09.09.2016 an einer gemeinsamen Tagesfahrt teil, die sie auf die Betriebe von Enno Ortgies (Putenmast, Wangerland), in den Bollenhagener Moorwald, zum Melkhus Schumacher in Berne-Orth und auf den Milchviehbetrieb von Familie Drieling in Neuhuntorfermoor führte.

Mit Interesse erlebten die Teilnehmer die unterschiedlichen Voraussetzungen, die die beiden Gebiete für die Landwirtschaft vorhalten, sei es bezüglich der Bodenart, Besiedlungsform, Betriebsschwerpunkte und Bewirtschaftungsmöglichkeiten.

Das gemeinsame Mittagessen im Vareler Brauhaus, die Zeit während der Busfahrt und die Einkehr im Melkhus Schumacher boten viele Möglichkeiten des gegenseitigen Austausches für die Teilnehmer. Und nicht zuletzt sorgte der erhöhte Aussichtspunkt vom Sitz im Bus aus für einen landschaftlichen Überblick, den man vom Boden oder vom PKW aus sonst nicht wahrnehmen kann.

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Fachgespräch zur Milchpreiskrise

Auf dem Milchviehbetrieb von Dirk Hanken hatten sich am Vormittag des 01. September 2016 auf die Initiative des Landtagsabgeordneten Björn Thümler CDU-Kandidaten aus Elsfleth, Ovelgönne, Berne und Lemwerder eingefunden. Zu Gast war ebenfalls der Landwirtschaftsexperte der CDU-Landtagsfraktion und Vorsitzende des CDU – Landesverbandes Braunschweig, Frank Oesterhelweg.

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Im Raum stand das Thema „Milchpreiskrise“,  auf die zwar die Politik ebenso wie die Landwirtschaft kein Patentrezept liefern kann, gleichwohl müssen aber Instrumente gefunden werden, die den Landwirten künftig die Möglichkeit bieten, solche (wiederkehrenden) Krisen besser zu überstehen. Liquiditätsverbesserungsmaßnahmen und Exportförderung hält Björn Thümler für zielführend. Für die Milchvermarktung müsse eine „Marktplattform“ eingerichtet werden um zu verhindern, dass die Molkereien gegeneinander ausgespielt werden. Gegen die Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels „anzuklingeln“ sei allerdings schwierig. Landwirte müssten sich mit der Problematik stärker in die Öffentlichkeit bringen,  „denn es geht hier um mehr als nur 3-5% der Bevölkerung“. Die Landwirtschaft ist der zweitgrößte Wirtschaftsfaktor in Niedersachsen und zusammen mit dem vor- und nachgelagerten Bereich, den vielen Mitarbeitern in Molkereien, Landhandel, Landmaschinenfirmen usw. Motor des ländlichen Raumes. Die CDU wolle künftig die (Wieder-) Einrichtung von Dorfläden unterstützen und veranlassen, dass alle Kindergärten und Grundschulen landwirtschaftliche Betriebe besuchen, erklärte Björn Thümler.

„Auch fähige Betriebe haben Schwierigkeiten, einen Hofnachfolger zu finden, Eltern raten ihren Kindern, die richtige Zukunftsperspektive zu wählen“, berichtete Dr. Karsten Padeken, erster Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch. Von der Politik sind jetzt steuerliche Erleichterungen für die Landwirte gefordert – neben der Planungssicherheit bei der Betriebsentwicklung.

Hendrik Lübben, Vorsitzender des Milchausschusses, hob die Küsten-Grünlandregion der Wesermarsch als Alleinstellungsmerkmal hervor. Grünland könne nur durch die Milchwirtschaft ökonomisch sinnvoll genutzt werden. Die Politik müsse ein Absicherungsmodell für die Landwirtschaft auf den Weg bringen, das “ auch für kleinere Betriebe leicht zugänglich“ sei. In der Milchvermarktung seien die Möglichkeiten der Molkeristen noch nicht ausgeschöpft.

Frank Oesterhelweg stellte die Positionen der CDU dar und bezog Stellung zu aktuellen Themen aus der Landwirtschaft.

Manfred Ostendorf, Geschäftsführer des KLV Wesermarsch, wünscht sich mehr Offenheit in den Schulen für das Thema Landwirtschaft in der Wesermarsch.  „Und auch die städtische Bevölkerung muss auf die Höfe gebracht werden“, ergänzte Dr. Padeken.

In der Diskussion bemängelten die Gäste, dass Verordnungen und Rahmenbedingungen oft praxisfremd seien. Bei den Greeningmaßnahmen sei z.B. vorgeschrieben, dass die Zwischenfrucht nach Mais am 01. Oktober eingesät sein soll – obwohl die Maisernte  manchmal witterungsbedingt erst später möglich ist. Vorgaben des Naturschutzes seien oft widersprüchlich. EU-Vorgaben wie der Meldepflicht für Kälber setzte Deutschland oft noch „eins drauf“, z.B.  durch knappe Fristen  (Kälber müssen in den ersten 7 Lebenstagen registriert werden) und scharfe Sanktionen bei Nichteinhaltung. So würden Landwirte unnötig  unter Druck gesetzt.

Und von der CDU wünschten sich die Bauern ein klares Bekenntnis zur ordnungsgemäßen und bäuerlichen landwirtschaftlichen Praxis. „Dann werdet ihr auch gewählt!“

 

Politikerpraktikum zur Kommunalwahl 2016

Vorlage Klebeetikett

In Zusammenarbeit mit der Kampagne „Echt grün- Eure Landwirte“ hat der Kreislandvolkverband Wesermarsch den Kandidaten für die Kommunalwahl in 2016 angeboten, sich mit der Landwirtschaft einmal hautnah auseinanderzusetzen. Ein „Praktikum“ auf einem Betrieb gab den Probanden die Möglicheit, den Arbeitsalltag und das Leben auf dem Hof praktisch kennenzulernen und in Gesprächen mit den bewirtschaftenden Familien deren Situation nachzuvollziehen.

Dieter Kohlmann bei Oncken webDieter Kohlmann (CDU) war auch fachlich daran interessiert, den Betrieb von Gerd und Klaus Oncken in Ovelgönne kennenzulernen. Selber hatte er früher einen Milchviehbetrieb mit Weidehaltung und konnte nun einen Betrieb mit reiner Stallhaltung besichtigen. „Den vielen Auflagen, die die Landwirte erfüllen müssen, steht kein Gegenwert gegenüber“, bemerkte er. Das Praktikum sei eine gute Idee und biete ihm die Gelegenheit, die Entwicklung der Landwirtschaft in der Wesermarsch weiterzuverfolgen.

 

 

Bernd Wulf webBernd Wulf (SPD) lernte den vielseitig aufgestellten Grünlandbetrieb  von Henning Punke kennen (80 Kühe, Heidelbeeranbau, Ferienwohnungen).

„Die Politik muss nahe am Menschen sein“, meinte der gelernte Elektriker, der sich noch gut an „Opas 5 Kühe und 20 Schweine“ erinnert. Gedanken macht er sich über den Import von Sojaprodukten als Futtermittel: „Wohin mit der Gülle, die aus diesen Futtermitteln entsteht?“ Unbegrenztes Wachstum sei nicht möglich, konstatierte er.

 

 

Fachgespräch „Gänse in der Wesermarsch“

Auf dem Milchviehbetrieb von Ralf Onken im Augustgroden tauschten sich am 24.08.2016 Landwirte und  MdL CDU Jörg Hillmer (Wahlkreis Uelzen / Ilmenau), ebenfalls Landwirt, über die von Gänsen verursachten Probleme auf landwirtschaftlich genutzten Flächen aus.

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Betroffene LandwirtInnen aus Butjadingen; Manfed Ostendorf (KLV, (1.v.re),  Günther Busch (Gemeinderat Stadland, 4. v.re.), Dr. Karsten Padeken (KLV, 5.v.re) sowie Mdl CDU Jörg Hillmer (6.v.re)

Dr. Karsten Padeken, 1. Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch, erläuterte die Problematik, der die Landwirte gegenüberstehen: die zunehmende Gänsepopulation, die sich mit einem veränderten Rastverhalten immer länger auf landwirtschaftlichen Flächen aufhält, mit immensem Appetit den Bewuchs abweidet und verkotete Flächen hinterlässt.

„Es ist vorgekommen, dass ein Berufskollege eine Weide einrichtete, um anschließend die Rinder mit dem Viehwagen hinzubringen – und in der Zwischenzeit von wenigen Stunden war die Weide von den Gänsen abgefressen“ – schilderte Dr. Padeken die Situation. Besonders die Nonnengänse hätten ihre Rastzeiten verlängert und schädigten die Ländereien bis weit in das Frühjahr hinein. Grau- und Nilgänse zögen ihre  Jungen hier auf. „Gänseschwärme können 45.000 – 60.000 Tiere umfassen“, zitierte Dr. Padeken neuere Zählungsergebnisse von Ornithologen. Da die Tiere pro Tag ihr eigenes Körpergewicht an Nahrung benötigen, aber davon nur 2% für den eigenen Stoffwechsel verwerten können, erklärt sich der Konflikt zwischen der Landwirtschaft und dem Naturschutz von selbst. „Wollen wir Lebensmittelerzeugung oder wollen wir die Kulturlandschaft der Natur zurückgeben? Erledigt die Gans das, was die Grünen wollen? Wie ernähren wir die 10 Milliarden Menschen, die in 20150 auf der Erde leben werden?“, brachte Jörg Hillmer das Problem auf den Punkt. Würden Betriebe aufgeben müssen, wäre die ganze Region davon betroffen – wirtschaftlich und naturräumlich.

Dr. Padeken forderte ein „verträgliches Maß zwischen Naturschutz und Landwirtschaft“ , z.B. in einer Veränderung des Jagdrechtes, aber auch in der Erfassung der bleibenden Gänsepopulationen in der Vegetationsperiode und dem Verzicht auf die Neuanlage von Pütten. Die Gänsemast statt der Milchviehhaltung sei keine wirkliche Alternative für die Bauern.

 

Kampagnen-Webseite „Echt grün-Eure Landwirte“ jetzt mit Shop

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Auf der Kampagnen-Webseite befindet sich jetzt auch eine Einkaufsmöglichkeit für verschiedenste Produkte – von der Küchenschürze bis zum Banner für das Scheunentor- um für eine größere Wertschätzung des Berufsstandes in der Bevölkerung zu werben.

Demo anlässlich des Bauerntages in Hannover

Mitglieder der Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch beteiligten sich an der Demonstration am 30. Juni 2016 anlässlich des Bauerntages  in Hannover.

Hier das Video dazu:

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Minister Meyer unterzeichnet die Milchpreis-Petition der Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“

Der GRÜNE Ortsverband Berne/ Lemwerder hatte zur Betriebsbesichtigung mit Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) am 25.06.2016 um 10.00 Uhr auf den Hof von Lür Rose in Lemwerder eingeladen. „Auf der Veranstaltung soll ein Betriebskonzept vorgestellt werden, dass sich bewusst in einer Größenordnung bewegt, die als Familienbetrieb leistbar ist. Wir wollen darüber diskutieren, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Betriebe dieser Größenordnung eine langfristige Existenzperspektive haben“- so lautet es in der Einladung des Ortsverbandes.

Bei seinem Besuch konnte sich Minister Meyer davon überzeugen, dass der Milchviehbetrieb von Lür Rose mit seinen 120 Kühen nichts mit dem „Expansionsdrang“ zu tun hat, den die Grünen ablehnen, sondern dass diese Betriebsgröße nötig ist, um die Hofnachfolge zu sichern und die Familie zu ernähren – vorausgesetzt, der Preis für die Milch steigt wieder an. Dafür konnte sich der Minister persönlich mit seiner Unterschrift auf der Petitionsliste der Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“ einsetzen, die unter dem Motto „Ein gutes Produkt braucht einen guten Preis!“ den Schulterschluss zwischen Verbrauchern und Landwirten verdeutlichen soll. „Nicht in meinem Namen“ – mit diesem Slogan bekunden die Unterzeichner, dass sie mit dem Drücken des Milchpreises auf Kosten der Bauern nicht einverstanden sind.

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v.re: Dr. Karsten Padeken und Rainer Mönnich vom KLV Wesermarsch laden Minister Meyer zum Unterschreiben der Petition ein. (Foto: Heidi Grabhorn)

Im Verlauf der Betriebsbesichtigung wurden u.a.  die Düngeverordnung, der Wasserhaushalt in der Region, die wirtschaftliche Situation der Höfe, das „Weidemilch“-Label und die Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“ angesprochen. Meyer bezeichnete das Konzept der „Weidemilch-Charta“ als Chance für die Region mit Alleinstellungsmerkmal in Niedersachsen.

 Premiere beim „Tag des offenen Hofes“: Ein Gottesdienst mit Taufe

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Tausende Besucher kamen auf den Hof von Douwe Witbaard und Jennifer Meyer in Seefelderaußendeich. Familie Witbaard bewirtschaftet einen für die Wesermarsch typischen Milchviehbetrieb. Kreislandvolkvorsitzender Dr. Karsten Padeken begrüßte die Gäste und lud zu einem Hof-Rundgang ein:  Mit dem „Tag des offenen Hofes“ öffneten die Landwirte nicht nur ihre Hoftore, sondern würden damit auch einen großen Anteil für mehr Transparenz in der Landwirtschaft leisten.

Regen Gebrauch machten die Besucher von der durch die Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“ gestarteten Unterschriftensammlung für faire Milchpreise und zeigten damit ihre Solidarität mit den Landwirten. Und eine echte „Premiere“ stellte die Taufe von Deddo Witbaard, dem jüngsten Sprößling der Familie, dar.

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Douwe Witbaard mit Partnerin Jennifer Meyer und Sohn Deddo.

Weitere Bilder (von Bärbel Suhr fotografiert)  finden Sie in der Bildergalerie.

 

 

Verbraucher und Landwirte zeigen Schulterschluss gegen die „Geiz-ist-geil“ – Mentalität des LEHPetition Foto-1

Auf der Seite http://eure-landwirte.de/petition/ haben Verbraucher und Landwirte die Möglichkeit, sich gemeinsam gegen den Preiskampf auf dem Rücken der Landwirte zu wehren und deutlich zu machen, dass diese Strategie des Lebensmitteleinzelhandels von den Kunden gar nicht befürwortet wird.

Zukunftstag: Ist Landwirtschaft ein Berufsfeld für mich?

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Von li.: Marie Blomenkamp, Gesa Werner, Hendrik Lübben, Neele Werner, Luisa Thormälen

Vier junge Damen vom Gymnasium Nordenham  hatten sich am 28. April 2016 auf dem Milchviehbetrieb von Hendrik Lübben in Nordenham eingefunden, um einen Einblick in die Aufgaben eines Landwirtes zu bekommen. Für Marie Blomenkamp (Klasse 8b) war es nicht das erste Mal – in ihrer Grundschulzeit war sie bereits mit ihrer Klasse auf diesem Hof gewesen. Organisiert hatte das damals ihre Klassenlehrerin – dieselbe, die auch schon Hendrik Lübben unterrichtete. Luisa Thormälen (Klasse 8b), Gesa Werner (Klasse 8a) und ihre Schwester Neele Werner (Klasse 7b) haben bisher noch keinen Kontakt zur Landwirtschaft gehabt. Auch in der Schule sei das Thema noch nicht behandelt worden. Die Schülerinnen möchten gerne „etwas mit Tieren zu tun haben“. Auf dem Hof säuberten sie die Laufgänge und Liegeboxen der Kühe und versuchten sich im Melken. Berührungsängste hatten sie dabei kaum, aber immer einen wachsamen Blick auf die Hinterteile der Kühe im Swing-over-Melkstand. Man weiß ja nie, wen es trifft!

 

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Die Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch unterstützen die Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“. Von der Elephantlogic- Agentur für Strategieberatung GmbH aus Berlin wird die Kampagne professionell und mit sportlichem Tempo zusammen mit den Vorsitzenden aus den Kreislandvolkverbänden Oldenburg, Cloppenburg, Friesland und Wesermarsch sowie der Vereinigung des emsländischen Landvolks und dem Hauptverband des Osnabrücker Landvolks und deren MitarbeiterInnen für die Öffentlichkeitsarbeit gestaltet. Die genannten Verbände repräsentieren fast 20.000 Landwirte. Ein Blick auf die Webseite lohnt sich, vor allem das „Simpleshow“- Video erklärt die Thematik unverschnörkelt und ansprechend.

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Vieh- und Fleischausschusssitzung vom 13. 04.2016

Dr. Vinzenz Bauer (LWK Niedersachsen, Fachreferat Markt) stellte anhand des „Männermagazins“ BEEF! den neuen Trend vor, hochpreisige Fleisch-Premiumstücke und ihre Zubereitung als Lifestyle-Exklusivevent in der Gesellschaft zu etablieren. Beispielsweise bedient LIDL dieses Segment mit hochwertigen Fleischpartien aus den USA, Südamerika, Neuseeland, Irland und Brasilien. „Dort wächst Soja vor der Tür und es sind keine aufwändigen Stallbauten nötig“.

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v.li: Detlef Lohse, Dr. Vinzenz Bauer, Gerriet Janßen, Markus Kappmeyer 

Als Prognose des weltweiten Pro-Kopf-Verzehrs seien bis 2022 keine großen Änderungen zu erwarten, allerdings steige die grundfutterunabhängige Geflügel- und Schweinefleischproduktion in einigen Ländern an. Der deutsche Selbstversorgungsgrad ist seit 2012 stabil bei 110% und  einem pro-Kopf-Verbrauch von 13,4 kg.

Der größte Schlachtunternehmer in Deutschland ist Vion Food Germany mit 797.000 Schlachtungen in 2014 und 22,4 % Marktanteil. Der zweitkleinste Schlachtunternehmer ist die Standard-Fleisch Oldenburg mit 2,3% Marktanteil.

Auf der Homepage der Landwirtschaftskammer kann jeden Montag und Donnerstag ab 11.30 Uhr der aktuelle Rinderpreis abgerufen werden. Dazu melden 14 Erzeugergemeinschaften aus Deutschland ihre Preise, aus denen letztendlich der Vereinigungspreis ermittelt wird.

„Die Milchkrise ist bei den Schlachtungen angekommen“, sagte Dr. Bauer. Es werden mehr Kühe angeliefert. Die Preise für Färsen sinken, auch „weil der Verbraucher diese Fleischqualität nicht mehr zu schätzen weiß“ und die Schlachthöfe daher Färsen nur schwach nachfragten. Ein Anstieg der Kälberpreise zeichne sich bereits ab, weil durch die vermehrte Schlachtung von Kühen weniger Kälber auf dem Markt seien.

„Der Biorindfleischmarkt ist ein Minimarkt“, meinte Dr.Bauer.  „Der Verbraucher schreibt der Rindfleischproduktion ein gutes Image zu. Dieses darf nicht gefährdet werden.“ Daher sind Tierwohl-Aktivitäten in der Bullenmast wichtig.

Markus Kappmeyer (Marktreferat Landvolk Niedersachsen) ging auf die sich von Frankreich und Österreich nähernde Blauzungenkrankheit ein, für die der verfügbare Impfstoff zurzeit nicht ausreiche. Die Rechtslage müsse geändert werden, damit auch prophylaktische Impfungen gegen die beiden  Stämme BTV 4 und BTV 8 möglich seien.

In 2015 waren 87% der Mastbetriebe frei von BHV1. Die jetzt in der Tierseuchenkasse frei werdenden Mittel von 7 Mio € könnten dafür eingesetzt werden, die Paratuberkulose zu vermindern. Diese Erkrankung steht im Zusammenhang mit Morbus Crohn beim Menschen. Über eine Beprobung der Sammelmilch und ggf. eine serologische Untersuchung von Einzeltieren, die als sicherer Nachweis gilt, könne der Krankheit begegnet werden.

Kappmeyer ging auf den niedersächsischen Tierschutzplan ein und berichtete insbesondere von der neu aufzustellenden Arbeitsgruppe „Folgenabschätzung“, die künftig auch mit „Personen aus der Wertschöpfungskette“ statt allein mit Wissenschaftlern besetzt werden müsse.

Eine „offene Flanke“ beim guten Image des Rindfleisches müsse vermieden werden, dazu dienten auch die vorgesehenen Änderungen bezüglich des Platzbedarfes und der Liege-/ Laufflächengestaltung  in der Bullenmast sowie die Abschaffung der Anbindehaltung.

Der Kaltbrand, der in der Wesermarsch eine große Rolle spiele, werde in 2016 noch nicht Cross-Compliance-relevant sein. Für die Zukunft müsse eine Lösung im Rahmen des Tierschutzplanes gefunden werden. Die niedersächsische Tierseuchenkasse beteiligt sich ab dem 01.07.2016 nur noch mit 40% an den Kosten für Ohrmarken und Transponder, Bestellungen sollten daher zeitnah vorgenommen werden.

Detlef Lohse von der Masterrind GmbH erläuterte das BEST (Bündnis für Exzellenz, Sicherheit und Transparenz) Beef- Programm von McDonalds. Im österreichischen Günzburg würden täglich 5,5 Mio „Pettys“ (Hackfleisch-Bratlinge) aus den Vordervierteln und Bauchlappen von  500.000 Kühen/Jahr hergestellt. Die Masterrind-Erzeugergemeinschaft ist mit 150 angegliederten Höfen  eine von fünf, die mit zusammen 1844 Betrieben vier Schlachthöfe, darunter Tönnies und Jadefleisch, beliefern. Die Kriterien der drei Module Haltungsform, Fütterung  und Management seien leicht zu erfüllen, wenn man bereits nach den QM/QS-Kriterien wirtschafte, erklärte Lohse. McDonalds setze auf „100% deutsches Rindfleisch“ von Kühen, die frühestens  40 Monate nach der ersten Kalbung geschlachtet würden. Näheres unter http://www.best-programm.de/best-beef.

 

Auf Hof Holthusen sind die Kühe los!

Das Grünlandzentrum in Ovegönne und die Molkerei Ammerland luden – angelehnt an die schwedische Tradition des „Kosläpp“- am 10. April 2016 auf den Hof Holthusen in der Wesermarsch ein. „Wir wollen, dass möglichst viele Menschen den eindrucksvollen Moment miterleben können, wenn die Kühe das erste Mal im Jahr auf die Weide gelassen werden und ihrer Freude mit Rennen und Luftsprüngen Ausdruck verleihen“, sagen die Veranstalter. Moderatorin Shary Reeves aus Köln -„der wärmsten Stadt Deutschlands“- war den rauen Wind nicht gewöhnt, schlug sich aber tapfer. Die gelungene Veranstaltung soll auch dazu dienen, das positive Image der Milchproduktion weiterhin zu stärken.

 

Infoveranstaltung für Bewirtschafter in EU-Vogelschutzgebieten

Der Kreislandvolkverband Wesermarsch hatte zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, um die Antragsmöglichkeiten und -verfahren für die Teilnahme an Vogelschutzmaßnahmen bzw.  Fördermaßnahmen des artenreichen Grünlandes vorzustellen.

Rita Mannhaupt (LWK Oldenburg) erläuterte die Antragsverfahren (GL1, GL2, GL5 und NG4) und stellte die einzuhaltenden Bewirtschaftungsbedingungen vor. Anträge müssen bis zum 17.05.2016 bei der Bewilligungsstelle der LWK in Oldenburg eingegangen sein. Die erforderlichen Unterlagen können von der Seite www.aum.niedersachsen.de heruntergeladen werden.

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v.li: Thomas Garden, Rita Mannhaupt, Ernst August Abbenseth, Jens Kleinekuhle, Ursula Köhler-Loum; Dr. Karsten Padeken.

Thomas Garden (Landkreis Wesermarsch) gab in seinem Vortrag über „Agrarumweltprogramme für Wiesenvögel und Gelegeschutz in Vogelschutzgebieten“ bekannt, dass im Programm NG 4 (Nordische Gastvögel) keine neuen Anträge entgegengenommen werden könnten, weil das Budget ausgeschöpft sei. Das Beratungsangebot betreffend der AUM (außer GL 5) besteht bis zum 31.05.2016, anzusprechen sind Ingo Bischoff, Hans Witbaard und Ernst August Abbenseth.

Für Landwirte, die Flächen über die Maßnahme GL 5 fördern lassen möchten, stelle sich oft die Frage, ob die dafür nachweispflichtigen Kennarten – beispielsweise Schafgarbe, Flockenblume, Sauerampfer, Hornklee- auch fünf Jahre lang zu finden sind.

Die Biologin Ursula Köhler-Loum erläuterte dazu die Flächenvoraussetzungen, das Ermittlungsverfahren der Pflanzenarten sowie Beweidungsmöglichkeiten. Letztere sollen einerseits die Arten erhalten, andererseits nicht so extensiv sein, dass eine Verbuschung der Fläche erfolgt. Hier gebe es keine Vorschriften, sondern die Kompetenz des Landwirtes sei gefragt.

Jens Kleinekuhle berichtete über die Erfolge des Prädatorenmanagements in der Stollhammer Wisch. Hier ging es um die Ermittlung der Tierarten, die die Gelege der Bodenbrüter dezimieren, z.B. Marder, Füchse, Ratten, aber auchl Hauskatzen und Igel. Diese wurden in Lebendfallen gefangen und ihrer Anzahl entsprechend statistisch eingeordnet. Alle Bodenbrüter bis auf die Gänse seien in ihrem Bestand rückläufig, der Biotopschutz alleine reiche aber nicht aus, um die Populationen zu erhöhen. Der Fuchs sei aufgrund seiner hohen Vermehrungsrate das größte Problem, gefolgt von streunenden Katzen, deren Anblick allein schon die Vögel unter Stress setze.

Der Berufsjäger lobte die „tolle Kooperation mit den Landwirten“, ohne die das Projekt nicht so erfolgreich wäre.

Ernst August Abbenseth erläuterte seinen Maßnahmenvorschlag zum „Gänseäsungsschutz“, bei dem der durch Gänsefraß verlorengegangene 1. Schnitt ausgeglichen werden soll. Hierbei soll der Landwirt eine betroffene Fläche der LWK oder dem NLWKN melden. Die Fläche wird dann „ruhiggestellt“, also bis zu einem später angesetzten Mähtermin nicht bewirtschaftet. Je später dieser Termin, desto höher die Entschädigung. Die Höhe des Äsungsschadens muss dabei nicht nachgewiesen werden.

Dr. Karsten Padeken gab abschließend bekannt, dass die Wesermarsch im dreijährigen Grünland-Modellprojekt nicht als Modellregion fungiere, sondern Ostfriesland, da hier mehr Ausgangsdaten vorlägen. Gleichwohl werde der Kreislandvolkverband mehr Druck auf die Politik ausüben, schon jetzt würden die Schäden fortlaufend dokumentiert.

Pastorenkonvent informiert sich über die Landwirtschaft der Wesermarsch

34 Pfarrerinnen web

Aus dem Landkreis Wesermarsch trafen sich am 06. April 2016 34 Pastoren und Pastorinnen zum gemeinsamen Frühstück im Gemeindehaus an  der St. Laurentius-Kirche in Abbehausen, um sich über die aktuelle Situation der Landwirtschaft zu informieren. Eingeladen waren Hendrik Lübben (Vorstand KLV Wesermarsch) und Birgit Luiken (Öffentlichkeitsarbeit). Den PastorInnen ging es auch darum, Landwirte besser zu verstehen, die das Gespräch suchen, weil sie sich dem aktuellen wirtschaftlichen und psychischen Druck nicht gewachsen fühlen. Bei dem anschließenden Rundgang über den landwirtschaftlichen Betrieb von Hendrik Lübben informierten sie sich über die moderne Milchviehhaltung und  erfuhren  mehr über die Hintergründe, die zurzeit einen Teil der Milchbauern in existenzielle Nöte treiben.

Landwirtschaftlicher Fachbeitrag zum Regionalen Raumordnungsprogramm

Titel webAm 01. März trafen sich zahlreiche Ortsvorsitzende aus den Landvolkvereinen der Wesermarsch zum neuen „Arbeitskreis Landwirtschaft“. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Oldenburg-Nord, wurde vom Landkreis mit der Erarbeitung des „Landwirtschaftlichen Fachbeitrages“ beauftragt.

Handlungsfelder und Ansprüche der Landwirtschaft  aus Sicht der Betriebe wurden in 3 verschiedenen Themenstationen erarbeitet. Der Fachbeitrag soll Ende 2016 fertig sein und dient als Handlungsempfehlung ohne rechtliche Bindung. Gleichwohl bietet er die Möglichkeit, Daten zur Landwirtschaft auf den neuesten Stand zu bringen und die Belange der Landwirte in künftigen Planungsprozessen zu berücksichtigen.

Veranstalter web

Beteiligt an der Erstellung des landwirtschaflichen Fachbeitrages sind (v.li.n.re): Talke Heidkroß (LWK), Marlene Wilken (LWK), Nils Kottke (LWK), Renko Eilts (LWK), Matthias Wenholt (LKR), Daniel Siemenroth (LWK) und Tjade Gronau (LWK).

DSC01333 webLebhafte Gespräche entstanden an den Stationen „Image der Landwirtschaft“; „Vor- und nachgelagerte Bereiche“ und „Stärken und Schwächen der Landwirtschaft in der Wesermarsch“.

 

 

Neue Messe „Regio Agrar“ in Oldenburg

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v.li.: Manfred Ostendorf, Dr. Karsten Padeken, Erhardt Bauer, Steffi Folkers, Jörg Even.

Mitglieder und Mitarbeiter beider Kreislandvolkverbände teilten sich den Standdienst auf der neuen Landwirtschaftsmesse „Regio Agrar“ (24.-26.02.2016) in den Weser-Ems-Hallen in Oldenburg, die allerdings nur mäßig besucht war. Das lag eventuell auch an den Öffnungszeiten von 13.00-22.00 Uhr, die vor allem für Milchviehbetriebe ungünstig waren. Den Besuchern, die gekommen waren, konnten sich die Standbetreuer umso intensiver widmen.

Wir geben der Landwirtschaft ein Gesicht

Die Abkehr  von Verallgemeinerungen sowohl  bei „den Landwirten“ wie auch „den Verbrauchern“ schafft neue Möglichkeiten, miteinander  in einen Dialog zu treten.  Weder sind Landwirte und ihre Betriebe alle gleich noch sind Verbraucher eine einförmige Masse. In der  Öffentlichkeitsarbeit der Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch  werden daher in 2016  zusammen mit den Tageszeitungen „Jeversches Wochenblatt“, „Nordwest-Zeitung“, Wilhelmshavener Zeitung“, „Anzeiger für Harlingerland“, „Die Norddeutsche“ und der „Kreiszeitung Wesermarsch“ sieben landwirtschaftliche Betriebe ein Jahr lang begleitet.

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Jörg Stutz (li) vom Jeverschen Wochenblatt schreibt eine Serie über Familie Schoorlemmer auf dem „Carlshof“ in Sande-Gödens

Was passiert zu welcher Jahreszeit auf den Betrieben? Wie organisieren die Familien den Betriebsalltag? Gibt es auch mal Urlaub? Auch alltägliche, aber für den Nichtlandwirt oft unbekannte Vorgänge wie Klauenpflege, Kälber enthornen, Milchkontrolle, Maschinenreparatur können Themen der Berichterstattung sein. Im Vorfeld haben die Zeitungsmitarbeiter mit den Betriebsleitern und ihren Familien abgesprochen, über welche Ereignisse berichtet werden soll. Dank für ihre Bereitschaft, sich für diese Serie zur Verfügung zu stellen, gilt den Betrieben von Heiner Lehmhus (Varel-Rosenberg) , Hinnie Schild (Wangerland), Henning Kruse (Lemwerder), Jörg Kuck (Ruhwarden), Manfred Tannen (Wittmund), Reent Weerda (Wilhelmshaven) und Paul Schoorlemmer (Sande).

 

Beiratssitzung vom 22.02.2016

Dr. Karsten Padeken berichtete eingangs der Bezirksversammlung von der eher „mau besetzten“ Protestaktion vom 11.02.2016 in Oldenburg bezüglich der Inhalte des Landesraumordnungsprogrammes.  Das Land Niedersachsen beabsichtigt, in der Wesermarsch großräumig Vorranggebiete für Torferhalt und auch neue Flächen als Vorranggebiete für Torfabbau auszuweisen. Die Kompensationsregelung bei Torfabbauführt  zur weiterer Flächenverknappung. Fragen bei der zukünftigen Grünlanderneuerung auf Moorstandorten sind ebenfalls nicht geklärt . Als Änderungen werden vom Kreislandvolkverband die Herausnahme der Vorranggebiete für den Biotopverbund (sogenannte Fließgewässer, die in Wirklichkeit keine sind)sowie für den Moorerhalt angestrebt.

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Die in Brüssel mit Unterstützung von Staatssekretärin Almut Kottwitz gelaufenen Gespräche über die Gänseproblematik haben dazu geführt, dass ab dem 01. April 2016 ein Monitoring der Population durchgeführt werden soll. Schätzungen gehen von 45.000 – 60.000 Tieren „in einem Trupp“  aus, erläuterte Dr. Padeken.

Er  bedauerte die nur mäßige Beteiligung der Landwirte am Neujahrsempfang und berichtete über die Vorwürfe ungenauer Abrechnung, die gegenüber der Landwirtschaftskammer aufgebracht worden seien. Die vorgesehene Einschränkung des Landeszuschusses bedeute eine Erhöhung des von den Bauern zu erbringenden Anteils. Die vom Land Niedersachsen geplante Anstellung  eines zweiten Kammerpräsidenten könnte dazu  führen, dass die Selbstverwaltung empfindlich eingeschränkt werde, befürchtete Dr. Padeken.

Das Grünlandzentrum hat den Zuschlag für ein dreijähriges Projekt zur Untersuchung des Wassermanagements auf Grünlandflächen bekommen. Am 24.02.2016 sollen die Kriterien für das Weidemilch-Label festgelegt werden. Vorgesehen sind der mindestens 6-stündige Weidegang an 120 Tagen im Jahr, der Nachweis von fünf Hektar Dauergrünlandfläche pro Kuh; das Vorhalten von Bewegungs- /Auslaufmöglichkeiten auch im Winter; und – noch zu diskutieren- die Verfütterung von gentechnikfreiem Sojaschrot. Dies bedeute einen Mehrpreis von 0,3-0,5 Cent pro Liter Milch. Der Lebensmitteleinzelhandel lege großen Wert auf gentechnikfreies Futter. AGRAVIS sei bereit, ein ganzes Werk auf die Verwendung von gentechnikfreiem Soja umzustellen, wusste einer der anwesenden Landwirte.

Hendrik Lübben berichtete von der Milchausschusssitzung. Die „größte Krise der letzten Jahrzehnte“ werde in Zukunft ihre Auswirkungen auf die Betriebe haben und dadurch die Milchmenge regeln. Politiker in Deutschland bzw. Niedersachsen würden erst jetzt anfangen, sich für die weltweite Problematik zu interessieren. Abgesehen von einer Verlängerung der Intervention sei daher kein Eingreifen von dieser Seite zu erwarten. Gleichwohl werden politische Unterstützung, Einflussnahme auf den Lebensmitteleinzelhandel (LEH), Prüfung von Lieferbeziehungen und das Einwirken auf die im März anstehenden Preisverhandlungen mit dem LEH von den Milcherzeugern als notwendig erachtet.

Manfred Ostendorf berichtete von der Idee, Milchpulver in Schweinefutter einzubringen, um „die Menge vom Markt weg  zu bekommen“. Dadurch könne evtl. Soja ersetzt werden.

In der Wesermarsch hat sich kein Betrieb für den „Tag des offenen Hofes“ zur Verfügung gestellt, daher werde das „Aktionsbündnis Milch“ über eine Alternative beraten.

Ende 2016 werde das Planfeststellungsverfahren für die A 20 eingeleitet. Gespräche mit Karin Logemann und Susanne Mittag über die Trassenvariante der B212 sind in Vorbereitung.

Birgit Luiken berichtete über verschiedenen Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit.

Abschließend warb Dr. Padeken für eine rege Beteiligung der Landwirte am „Landwirtschaftlichen Fachbeitrag“, zu dessen Auftaktveranstaltung am 01.03.2016 alle Ortsvorsitzenden herzlich eingeladen sind.

Angebotssteuerung im Milchsektor – Was kann gehen? Was wollen die Milcherzeuger?

Hendrik Lübben als Vorsitzender des Milchausschusses des KLV Wesermarsch schilderte auf der gemeinsamen Milchausschusssitzung am 08.02.2016 den Zweck des Abends: „Wir suchen nach neuen Möglichkeiten“. Das tut er nicht alleine; der Saal war gut gefüllt mit 100 Milcherzeugern/innen beider Landvolkverbände.

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v.li.n.re: Tebbe Meyer, Ralf Hinrichs, Ralf Feuerriegel, Ingo Müller

„Wir haben Angst, dass unsere Betriebe langsam verbluten werden“, ergänzte Hilmar Beenken (Ausschussvorsitzender des KLV Friesland)und leitete über zur aktuellen Problematik des Milch- und Zuchtviehmarktes.

Ingo Müller (DMK), Tebbe Meyer (Molkerei Rücker) und Ralf Hinrichs (Ammerländer Molkerei) erläuterten die Lage aus Sicht der Molkereien: „Im Januar 2016 wurden 3,5 – 4% mehr Milch in Deutschland angeliefert, in der gesamten EU wurden in 2015 1,9% mehr Milch produziert. Irland hat seine Produktion um 14% erhöht, die Niederlande um 6%. Gleichzeitig werden noch die von 2013-2014 in der EU mehr produzierten 10 Milliarden kg Milch auf dem Markt vor sich her geschoben. Die Niederländer drängen mit Schnittkäse auf den Markt, weil sie kein Milchpulver als Interventionsware herstellen“. Der Export von Käse auf den noch offenen Märkten“ wie Südeuropa funktioniere noch. Das Embargo habe eine Wirtschaftskrise in Russland ausgelöst, das Land könne sich demnächst anderen satt deutschen Lieferanten zuwenden.

„Bis Mai bekommen wir noch mehr Milch“, befürchtete Tebbe Meyer. „Wir müssen Wege finden, die Mengen einzuschränken!“ mahnte Ralf Hinrichs. Ingo Müller ergänzte: „Das Problem ist nicht von einer Molkerei allein zu lösen“. Und: Die vor- und nachgelagerten Bereiche sowie der ganze ländliche Raum litten stark unter der Situation der Milchwirtschaft.

Ralf Feuerriegel, Milchreferent des niedersächsischen Landvolkes, fügte die sinkende Kaufkraft der erdölexportierenden Länder und die Wirtschaftsschwäche in China als weitere Marktbeeinträchtigungen an. Die Molkereien nähmen verstärkt die private Lagerhaltung in Anspruch. Das Landvolk „sucht das Gespräch mit Ministerpräsident Stephan Weil, den Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und FDP sowie den Parteivorsitzenden der Grünen“. Der Deutsche Bauernverband wolle nochmals die „Einkaufsmacht des Handels kartellrechtlich prüfen“.

Im weiteren Teil des Abends wurde in 4 Arbeitsgruppen über das Thema „Angebotssteuerung im Milchsektor – Was kann gehen? Was wollen die Milcherzeuger?“ intensiv diskutiert. Die Ergebnisse wurden am Ende allen vorgestellt:

Alle waren sich einig: Der Milchpreis wird nur durch eine Marktentlastung (Steigerung der Nachfrage und/oder Reduzierung der Milchmenge) wieder steigen.

Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen:

1)            Keine staatlichen Eingriffe

2)            Keine Eingriffe in Lieferbedingungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien.

(Andienungs- und Abnahmepflicht)

3)            Modelle zur Mengenentlastung wie in Frankreich und Holland auf Umsetzbarkeit

prüfen.

(A-B Modell, Möglichkeiten der freiwilligen Mengenreduzierung)

4)            Mehr staatliche Hilfen, da das Russland Embargo politisch entstanden ist.

5)            Einflussnahme auf die Preisverhandlungen zwischen Molkerei und LEH prüfen.

 

Fachgespräch des Umweltministeriums mit Landwirten in Brüssel: Niedersachsen erstellt Plan für Gänsemanagement – guten Erhaltungszustand der Arten und landwirtschaftliche Produktion sichern

Den Artikel finden Sie hier auf der Webseite des KLV Friesland.

 

Neujahrsempfang der Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch

„Die Landwirtschaft muss sich immer rechtfertigen. Wir fühlen uns, als ob uns die Fachkompetenz abgesprochen wird.“ sagte Dr. Karsten Padeken (1. Vorsitzender des KLV Wesermarsch) zu Beginn des Neujahrsempfanges der Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch am 28. Januar 2016. Der Einladung waren ca. 120 Mitglieder gefolgt, die sich zunächst bei einem Sektempfang zu lebhaften Gesprächen gruppierten, bevor sich die drei Referenten – Helmut Damman-Tanke ( CDU), Hans-Joachim Janßen ( Grüne) und Wiard Siebels (SPD) sowie die beiden Landvolkvorsitzenden auf die Bühne des kleinen Saals im „Tivoli“ in Varel begaben.

Referenten webv.li.n.re: DR. Karsten Padeken, Helmut Damman-Tanke, Hans-Hoachim Janßen, Wiard Siebels, Hartmut Seetzen

Hartmut Seetzen (1. Vorsitzender KLV Friesland) appellierte an die Politik „an die Zeit nach der Krise“ zu denken. Zurzeit würden landwirtschaftliche Betriebe Geld aufnehmen, um ihre Tiere versorgen zu können und Geld für das tägliche Leben zu haben. Um diese Kredite bei einer Besserung der Lage zurückzahlen zu können sollte es genauso wie im Gewerbebereich möglich sein, einen steuerlichen Verlustvortrag zu bilden.

Damman-Tanke stellte für seine Partei heraus, dass „landwirtschaftliches Eigentum – der Boden “ als der die Produktion begrenzende Faktor über das Grundstückverkehrsgesetz geschützt werden müsse. Der Ausgleich von Baumaßnahmen solle monetär geschehen und nicht über Ausgleichsflächen, die dadurch ebenfalls der landwirtschaftlichen Produktion entzogen würden. Ferner müsse die Gesellschaft ihre Konsumorientierung verändern, hin zu mehr Bereitschaft, für Lebensmittel angemessene Preise zu bezahlen. Dazu sei eine eindeutige Deklaration nötig.“Die Initiative Tierwohl sagt dem Verbraucher: Vom Preis dieses Produktes gehen 4 Cent an den Landwirt, der die Haltungskriterien erfüllt“. Hinsichtlich der Krise bei den Milchbauern könne die Politik nur flankierende Maßnahmen ergreifen.

Janßen bezeichnete das Anliegen der Grünen – Landwirte sollen ein ausreichendes Einkommen erzielen und Leistungen im Tier- und Umweltschutz erbringen – als „eine Quadratur des Kreises“. Gesellschaftlich relevante Leistungen der Landwirtschaft sollten durch Steuermittel finanziert werden. Dies würde einher gehen mit einer Umschichtung von Geldern aus der ersten Säule der Agrarpolitik in die Zweite, also einer Kürzung der Flächenprämie. Geld aus der zweiten Säule müsse aber auch beim Landwirt ankommen.

Die überschüssige Milchmenge müsse vom Markt genommen werden, damit der Preis steigen kann, daran hätten aber zu wenige EU-Staaten ein Interesse. Für einige Betriebe könne regionale Vermarktung unter einem Markenlabel eine Alternative sein, z.B. als „Weidemilch“ oder Biomilch. Die Kennzeichnung müsse eindeutig sein, denn der „Marken- und Siegeldschungel“ sorge für Verwirrung.

„Große Teile der Landwirtschaft machen ihre Probleme an meiner Partei fest“ sagte Janßen, die Grünen würden aber nur Strömungen der Gesellschaft aufnehmen und dafür sorgen, dass die Fördermittel für die Landwirtschaft erhalten bleiben, denn „das geht nur mit gesellschaftlicher Akzeptanz“.

Siebels sah es als „größte Herausforderung der nächsten Jahre, die Akzeptanz der Tierhaltung zu erhöhen“, vor allem im Schweine- und Geflügelbereich. Konsumenten und Erzeuger müssten wieder zusammengebracht werden, berechtigte Forderungen der Gesellschaft z.B. hinsichtlich des Tierwohls sollten schrittweise erfüllt werden. Landwirte seien durch Stallbauten langfristig festgelegt. Eine Mengenregulierung wie es z.B. der Bund deutscher Milchviehhalter (BDM) fordere, sieht er kritisch und wünscht sich von den anwesenden Landwirten Anregungen, was getan werden kann.

In der anschließenden Diskussion bat Tebbe Meyer von der Molkerei Rücker inständig die Politiker, sich für eine Aufhebung des Russlandembargos einzusetzen, denn die Milchproduzenten seien auf den Export angewiesen.

Fahrt zur Internationalen Grünen Woche

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Aus den Kreislandvolkverbänden Friesland und der Wesermarsch hatten sich 34 Interessierte auf den Weg nach Berlin zur Internationalen Grünen Woche gemacht. Nach der Besichtigung des Bundeskanzleramtes nahmen einige von ihnen an der Veranstaltung “ Nordwestdeutscher Milchtreff 2016″ teil. Den rund 300 Gästen, darunter neben den Landwirten auch Molkereivertreter, Vertreter von Verbänden und NGOs wurden Bausteine und Ziele der neuen Initiative DIALOG MILCH vorgestellt. In einer Studie, die das Meinungsforschungsinstitut FORSA im Auftrag der Initiative DIALOG MILCH durchführte, wurden die Wahrnehmung und das Ansehen der deutschen Milchwirtschaft in den Augen der deutschen Verbraucher untersucht.

„Auffällig war: Viele der befragten Verbraucher wussten, dass der Auszahlungspreis für die Milch zu niedrig ist“, berichtete Geschäftsführer Manfred Ostendorf. Das sei auch ein Beleg für die Wirksamkeit der Öffentlichkeitsarbeit des Landvolkes, die dafür sorge, dass „der Verbraucher dicht an der Milchwirtschaft dran ist“.

Bereits im Dezember hatte die Landesvereinigung Milch Nordrhein-Westfalen einen Workshop mit Journalisten angeboten, denn „die Kluft zwischen der Landwirtschaft und den Medien war noch nie so groß“. Verallgemeinerungen seien an der Tagesordnung. Eine große Zahl Journalisten bescheinigte den Milchbauern große Offenheit im Gegensatz zu anderen Betriebszweigen der Landwirtschaft.

Am Donnerstag erläuterte die Bundestagsabgeordnete (SPD) für den Wahlkreis Delmenhorst, Oldenburg Land und Wesermarsch, Susanne Mittag, ihr Arbeitsgebiet. Sie ist für den Kreislandvolkverband eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn es z.B. um Eingaben zur Düngeverordnung geht. Besprochen wurde u.a. die Perspektiven des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen in Ovelgönne und die Neuauflage der Trassenplanung B 212. Die abweichend von der im Jahr 2006 mit der Landwirtschaft abgestimmten Variante würde als neue Nord-Umgehung einen größeren Eingriff für die landwirtschaftlichen Betriebe bedeuten.

Wir machen euch satt!

Die Berichterstattung über die Kundgebung in Oldenburg finden Sie auf der friesischen Webseite.