Aktuelles

Hans-Werner Kammer (CDU) zu Besuch in Dangast

Mit dem Landvolk Friesland und der CDU Friesland (Christel Bartelmei) war Hans-Werner Kammer (CDU), Mitglied des Bundestages, am 12.07.2017 zu Besuch auf dem landwirtschaftlichen Familienbetrieb der Familie Sauer in Dangast. Auf dem Betrieb werden ca. 100 Milchkühe, Rinder und Kälber für die eigene Nachzucht und 60 Hühner gehalten. Im Hofladen werden die eigenen Milchprodukte, sowie Gemüse und Obst verkauft. Zusätzlich vermietet die Familie Sauer Ferienhäuser an Gäste.
Bei einem Betriebsrundgang zeigte Hans-Werner Kammer viel Interesse an der Landwirtschaft und fragt genau nach: „Wird denn hier automatisch gemolken?“ Mit einem Lächeln antwortete Betriebsleiter Hauke Sauer:“ Nein, das müssen wir schon selber machen.“ Im weiteren Gespräch wurden aktuelle Themen der Landwirtschaft angesprochen, wie z.B. die unangemeldeten Kontrollen der Landwirtschaftskammer Niedersachen oder des Veterinäramtes oder die neue Düngeverordnung. Hans-Werner Kammer schätzte den direkten Kontakt mit den Landwirten sehr und möchte sich ganz klar für eine Politik einsetzen, die Landwirte nicht mehr kriminalisiert, sondern ihnen endlich wieder verlässliche Rahmenbedingungen für ihre Zukunft bietet. Zudem soll den Höfen wieder mehr Freiraum gegeben, die Bürokratie abgebaut und vor allem jungen, motivierten Menschen eine Zukunftsperspektive in den landschaftsprägenden Familienbetrieben gegeben werden. „Es muss Schluss damit sein, dass die Landwirte von ständig neuen Auflagen und Regelungen erdrückt werden“, sagte Kammer. Er verspricht sich auch in der nächsten Legislaturperiode für die Landwirte einzusetzen.

Hans Werner Kammer

Abschied von Birgit Luiken

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde mit Vorstandsmitgliedern wurde Frau Birgit Luiken am 30. Juni offiziell verabschiedet. Frau Luiken war seit 1995 im Kreisverband Friesland und in den letzten Jahren auch in beiden Kreislandvolkverbänden für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Sie hat mit den Projekten „der Bauernhof als außerschulischer Lernort“, „Lernort Bauernhof“ und „Transparenz schaffen“ ein Stück Geschichte geschrieben. Es wurden Unterrichtskonzepte und Lerninhalte vor Ort entwickelt und landesweit zur Umsetzung gebracht. Auch ihre Pressearbeit war sehr nachhaltig, so dass sie 2014 u.a. den „Landstern“ der Land und Forst Zeitung erhalten hat. Frau Luiken hat auf eigenen Wunsch die Tätigkeit bei uns aufgegeben, um sich zukünftig neuen Herausforderungen zu stellen auch im Bereich der Bildung.
Daher wünschen wir ihr für ihren weiteren Lebensweg alles Gute und sagen noch einmal Danke für ihre geleistete Arbeit.

Abschied Birgit Luiken Homepage

v.li.: Hartmut Seetzen, Birgit Luiken, Dr. Karsten Padeken

Alleinstellungsmerkmal: Löffel

Die TeilnehmerInnen des Workshops „Landwirtschafsbotschafter gesucht“ erlebten beim dritten Termin eine Hofführung auf dem „Hof Butendiek“ der Familie Cornelius-Bruns in Seefeld. Ausgerüstet mit einem Fragenkatalog analysierten sie die Führung durch Käserei und landwirtschaftlichen Betrieb, um Erkenntnisse für die künftigen eigenen Aktionen gewinnen zu können. So wurde z.B. deutlich, dass interessante betriebliche Besonderheiten manchmal in kleinen Dingen versteckt sind, wie zum Beispiel der Einsatz eines Esslöffels beim Abfüllen von Frischkäse: Durch diese schonende Methode erhält der Käse seine besondere Konsistenz und hebt sich von anderen Frischkäsen ab.

Die Führung stellte immer wieder die Familie und die Geschichte des Hofes in den Mittelpunkt. Entscheidungen für bestimmte Arbeitsweisen oder betriebliche Verhältnisse wurden authentisch mit dem schlüssigen Satz „Das gefällt uns gut“ begründet. So entstand der Eindruck eines harmonischen Ganzen, hinter dem alle fünf Familienmitglieder stehen.

Landwirtschaftsbotschafter 22.06.2017

Abschließend konnten die Teilnehmer bei einer Verkostung verschiedener auf dem Betrieb hergestellter Käsesorten die Führung zusammen mit Maike Cornelius-Bruns, Niklas und Elisabeth Bruns reflektieren.

Tag der Milch 2017 – Land + Wirtschaft – Das WIR macht uns stark!
Am diesjährigen „Tag der Milch“, 1. Juni 2017, hatte das Aktionsbündnis Milch Wesermarsch-Friesland/Wilhelmshaven, Landwirte mit ihren Familien, deren Wirtschaftspartner und interessierte Bürger und Bürgerinnen aus dem Raum Friesland und Wesermarsch zu einer zentralen Kundgebung auf den Hof von Familie Seetzen in Varel-Neuenwege eingeladen. Gut 800 Gäste aus allen Bereichen folgten dieser Einladung, um unter dem Motto „Land + Wirtschaft – Das WIR macht uns stark!“ eine klare Botschaft in Richtung Politik und Gesellschaft zu senden.

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Großbildaktion unter dem Motto „Land + Wirtschaft – Das WIR macht uns STARK!“

Bei traumhaft sonnigem Wetter fand zunächst eine gemeinsame Großbildaktion mit allen Gästen statt, ganz im Zeichen des Mottos „Gemeinsame Wirtschaftskraft im ländlichen Raum“. Im Anschluss leitete Hendrik Lübben, Vorsitzender des Milchausschusses im KLV Wesermarsch durch das abwechslungsreiche Abendprogramm. Die Landvolkvorsitzenden Hartmut Seetzen und Dr. Karsten Padeken konnten neben den vielen Gästen auch vier Politiker des Landtages Niedersachsen begrüßen, unter anderem den niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies aus Sande. Kurz ergriff er das Wort und stellte heraus was für eine große Rolle die Landwirtschaft für die gesamte Wirtschaft darstellt. Gerade im Raum Friesland und Wesermarsch ist die Landwirtschaft ein großer Wirtschaftsfaktor mit hoher Bedeutung für den ländlichen Raum und dem Tourismus. „Ohne die Landwirtschaft würde dieser Raum nicht so aussehen wie er aussieht.“ Die Junglandwirte Derk Jürgens, Florian Warnken und Marco Heckert konnten im Anschluss ihre Forderungen, im Hinblick auf die anstehenden Bundestags- und Landtagswahlen, direkt an die Politik stellen. Sie forderten die Chance auf eine wirtschaftliche Zukunft, mehr Wertschätzung für die Arbeit der Landwirte, der Arbeit entsprechende Entlohnung, objektive Berichterstattung im Internet und in den Großstädten, verlässliche politische Entscheidungen mit denen die Landwirte langfristig arbeiten können, sowie verlässliche Rahmenbedingungen für die landwirtschaftliche Produktion. „Wir müssen planen können, damit auch die nächste Generation en Betrieb fortführen kann“, hieß es. Deutlich wurde, dass sie Landwirtschaft aus Leidenschaft für Mensch, Tier und Umwelt machen.
Es folgte ein Impulsvortrag zum Thema Landwirtschaft und Gesellschaft von „Bauer Willi“. Seit 2015 bloggt Dr. Willi Kremer-Schillings als „Bauer Willi“ über die Sorgen, Nöte und Interessen der Landwirte. Seine zentrale Frage war: „Wer kann den Bürgerinnen und Bürgern am besten sagen, wie die heutige Landwirtschaft aussieht?“ Wenn es für ihn nach der Glaubwürdigkeit geht, sind es die Landwirte, die diese Aufgabe übernehmen sollen. Diese werden in der Gesellschaft als authentisch, und im Leben stehend angesehen, führen ein (meist) intaktes Familienleben und sind fleißig. Trotz dieser positiven Stellung in der Gesellschaft, lehnen die Verbraucher die heutige Landwirtschaft in Teilen ab. Was kann dagegen getan werden? Für Bauer Willi ist es ganz einfach: die Verbraucher müssen persönlich auf den Hof eingeladen werden, nicht im Rahmen eines „Tag des offenen Hofes“. So entsteht ein direkter Kontakt und somit auch Verständnis für die heutige Landwirtschaft.

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Bauer Willi postet direkt von der Bühne

Die Landfrauen Ellen Kromminga-Jabben und Ute Cornelius hatten das Schlusswort, bei dem auch wieder das „WIR“ im Vordergrund stand. Sie riefen die Landwirte und ihre Familien auf stolz auf ihre Arbeit zu sein.

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V.li: Ellen Kromminga-Jabben, Hendrik Lübben, Ute Cornelius

Der erfolgreiche Abend klang bei geselligem Beisammensein mit Speis und Trank aus.

Einspruch, Herr Minister Wenzel!

Am 05. April 2017 übergaben die Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch in Hannover zusammen 800 Einsprüche zur neuen Gewässerrandstreifenregelung an Minister Wenzel. Insgesamt hatten sich 14 Kreislandvolkverbände auf den Weg gemacht und 3500 Einsprüche sowie 4000 Unterschriften überreicht.

Demo Gewässerstreifen web

 

Landwirtschaftlicher Fachbeitrag übergeben

Am 28. März 2017 wurde  der „Landwirtschaftliche Fachbeitrag“ offiziell an den Landkreis Wesermarsch übergeben.  Er ergänzt das Landesraumordnungsprogramm und enthält die für die Landwirtschaft bedeutsamen Aspekte und Vorranggebiete. Zahlreiche Ortsvorsitzende aus den Landvolkvereinen der Wesermarsch sowie Landfrauen arbeiteten seit 2016 im „Arbeitskreis Landwirtschaft“ Handlungsfelder und Ansprüche aus ihrer Sicht aus.

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V.li: Renko Eilts (LWK), Dr. Karsten Padeken, Landrat Thomas Brückmann, Daniel Siemenroth

Mitte Januar 2017 trafen sich LandwirtInnen mit Mitarbeitern des Landkreises und der Landwirtschaftskammer zum Abschlussforum, um dem „Landwirtschaftlichen Fachbeitrag“ den letzten Feinschliff zu verpassen. Ausgewählte Themen wurden vorgestellt und Änderungen eingeflochten. Matthias Wenholt vom Landkreis Wesermarsch lobte die konstruktive Herangehensweise, mit der die beteiligten LandwirtInnen und Landfrauen wichtige Handlungsvorschläge in verschiedenen Bereichen – sei es der demografische Wandel, die Daseinsvorsorge oder Entwicklungsmöglichkeiten der Landwirtschaft- in den „Landwirtschaftlichen Fachbeitrag“ eingebracht haben. Dieser Fachbeitrag, entstanden unter der Leitung von Renko Eilts (LWK Oldenburg), kann für verschiedenste Themen, die mit der Landwirtschaft der Wesermarsch in Verbindung stehen, genutzt werden. Die Daten sind auf dem neuesten Stand, das Kartenmaterial stellt z.B. die aktuelle Nutzung der Flächen, die Ertragsstärken, Bodenarten und Bewirtschaftungsmöglichkeiten dar.

Dr. Karsten Padeken bedankte sich bei den Beteiligten für die geleistete Arbeit und die gute Kooperation: „Dem Landkreis ist die Landwirtschaft und ihre Perspektive wichtig. Der Fachbeitrag dient auch der Politik zur Entscheidungsfindung. Die Landwirtschaft sollte bei geplanten Veränderungen frühzeitig eingebunden werden“. Landwirtschaftliche Fläche sei ein knappes Gut geworden, und künftig würde sich der Druck durch die neue Düngeverordnung, das Baurecht, das Wasserrecht und die Änderungen im EEG weiter erhöhen.

Im Laufe dieses Jahres will die Kreisverwaltung der Politik einen ersten Entwurf des RROP (Regionalen Raumordnungsprogramm) vorlegen. Auf die politische Diskussion und Abstimmung wird eine öffentliche Auslegung folgen. Die Verabschiedung des RROP durch den Kreistag ist spätestens für 2019 vorgesehen.

 

Landwirtschaftsbotschafter gesucht

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Viele konstruktive Ideen, wie man auf seinem Betrieb Öffentlichkeitsarbeit leisten kann, kamen beim dem Workshop „Landwirtschaftsbotschafter gesucht“ am 22.02.2017 zustande. Unter der Leitung von Birgit Luiken (re) entwickelten die Teilnehmenden Ansätze, wie die nichtlandwirtschaftliche Öffentlichkeit erreicht werden kann und welche Veranstaltungsformen und Inhalte entwickelt werden können. Im zweiten Teil am 09.03.2017 wird es um die beispielhafte Ausarbeitung eines konkreten, erprobbaren Konzeptes gehen. Vorgesehen ist auch ein dritter Teil mit einem Kommunikationstraining.

 

Bleibt dein Teller heute leer, gibt‘s wohl keine Bauern mehr

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Sehr geehrte Frau Bundesministerin Hendricks,

wir Landwirte sind Teil der Gesellschaft. Wir haben einen Versorgungsauftrag, den wir 365 Tage im Jahr erfüllen. Wir sind bei Wind und Wetter unterwegs und bei uns muss jeder mit anpacken.

Ein Bauernhof ist immer ein Familienbetrieb, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr.

Sie haben sicher auch mitbekommen, dass wir im letzten Jahr mit der Schweine- und Milchpreiskrise kein leichtes Jahr gehabt haben. Immer mehr Familienbetriebe in der Landwirtschaft müssen aufgeben.

Wie müssen täglich den Spagat schaffen, zwischen immer größeren gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft auf der einen Seite und einer real schwierigen Marktsituation auf der anderen Seite. Dabei betrifft das Thema Landwirtschaft (und damit Ernährung) uns alle – uns Landwirte, die „Vermarkter“ und „Produktionsformen“ – und die Verbraucher. Da werden Sie uns sicher Recht geben.

Deswegen sind das Unverständnis und der Ärger bei uns groß, wenn wir uns Ihre aktuelle Kampagne „www.neuebauernregeln.de“ anschauen. Neben der Tatsache, dass dort mit Steuergeldern ein Berufszweig diffamiert wird, passiert dies auch noch erst- und einmalig. Es kann sich keiner hier erinnern, dass es ähnliche Kampagnen z.B. über die Automobilwirtschaft gegeben hat. Nein, es sind wieder wir Landwirte, die zum Sündenbock gemacht werden.

 

Sehr geehrte Frau Hendricks,

man muss uns nicht mögen, man kann Kritik haben, man kann sich auch mit uns streiten. Was wir aber erwarten, sind Respekt und Achtung. Und genau das haben Sie nicht. Denn das, was Sie mit ihrer neuen Kampagne machen, ist respektlos.

Gerade in diesen Zeiten sollte Politik ein Vorbild für ein tolerantes und informiertes Miteinander sein. Schade, dass Sie mit der neuen Kampagne Ihres Hauses der Gesellschaft zeigen, dass Freundlichkeit, Achtung, Redlichkeit und Respekt im Umgang bei Ihnen offensichtlich keinen Wert haben.

Vielleicht denken Sie mal darüber nach.

Mit freundlichen Grüßen

die 25.000 Bauern in der Initiative „Echt grün – Eure Landwirte“

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Ohne die Landwirtschaft gäbe es kein „Wirtschaftswunder Deutschland“

Zum Auftakt des Neujahrsempfangs der Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch im Vareler „Tivoli“ am 30.01.2017 begrüßte Hartmut Seetzen die Referentin Gitta Connemann (MdB, CDU) mit den Worten: „Sie ist eine Vertreterin des ländlichen Raumes, und das lebt sie auch!“. Dr. Karsten Padeken bedankte sich bei Gitta Connemann für ihren Einsatz, als es um die Unterstützung der Landwirte in der Milchkrise ging.

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V.li: Dr. Karsten Padeken, Sven Ambrosy, Gitta Connemann, Hartmut Seetzen

Vor den gut 150 Gästen sprach Hartmut Seetzen die möglichen Konsequenzen der Düngeverordnung an. Die Wirtschaftlichkeit der Futterbaubetriebe werde sich verschlechtern, im  Grünfutter wird weniger Eiweiß enthalten sein, so dass vermehrt Sojaschrot zugekauft werden müsse. „Ist das im Sinne der Verbesserung der heimischen Eiweißfuttermittelproduktion, die zur Zeit politisch gewollt wird?“ Weitere Themen, die Seetzen anschnitt, waren die NEC-Richtlinie,  der Klimaschutzplan 2050, die Biodiversität  und das Tierwohl. „Wie kann die Landwirtschaft diesen Weg mitgehen?“ Die Landwirte bräuchten verlässliche Rahmenbedingungen, sonst könnten Betriebe und die daran gekoppelten vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche nicht fortbestehen.  „Der ländliche Raum darf nicht ausbluten. Frau Connemann, wo sehen Sie die landwirtschaftlichen Betriebe in 10 bis 25 Jahren?“ fragte Seetzen.

Landrat Sven Ambrosy betonte, dass „die größte Milcherzeugerregion Deutschlands“ durchaus Selbstbewusstsein zeigen dürfe. Als Verbandsvorsteher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) riet er zur „verbalen Abrüstung“. Zahlen, Daten und Fakten seien die Grundlage, auf der Bundestag und Landtage über die Düngeverordnung entscheiden. Er wünscht sich für die örtliche Ebene möglichst viel Gestaltungsspielraum. „Die Kooperation mit den Landwirten muss verbessert werden, denn wir sind aufeinander angewiesen.“

Gastrednerin Gitta Connemann bezeichnete die Landwirtschaft als den Motor des ländlichen Raumes:“ Alles, was zur Landwirtschaft gehört, hat Niedersachsen so erfolgreich gemacht. Fünf Millionen versicherungspflichtige Arbeitsplätze gibt es in der Ernährungsindustrie, sie ist damit der viertgrößte Wirtschaftsfaktor in Deutschland.  Ohne die Landwirtschaft würde es das Wirtschaftswunder Deutschland nicht geben!“ Doch junge Landwirte würden vermehrt fragen, wie sie mit der gesellschaftlichen Ächtung, die sie und ihre Familien zurzeit erlebten, umgehen sollen. Connemann riet den Landwirten „bei der Verbraucheraufklärung in die Offensive zu gehen“. Und wenn es um die Anhebung von Produktionsstandards (mehr Tierwohl) geht: „Wer in der Werbung sagt, er liebe Lebensmittel, der muss auch was dafür bezahlen. Und wer über Tierwohl spricht, muss auch an der Ladentheke entsprechend handeln“. Zwei Prozent der Bevölkerung lebe vegan, doch „die Deutschen lieben Fleisch, sie wissen was ihnen schmeckt“, sagte Connemann. Ernährungsstile seien mittlerweile zur Religion erhoben worden. Mit der politischen Idee, im angeblichen Sinne des Klimaschutzes Steuern auf Milchprodukte und Fleisch zu erheben, sollten Verbraucher vom Staat umerzogen werden. „Verkehr, Industrie und Energieerzeugung sind für den größten Teil der klimaschädlichen Gase verantwortlich.“  Landwirtschaftlich genutztes Grünland sei dagegen der CO²-Speicher Nummer eins.

Abschließend erläuterte Connemann die von der CDU unterstützten Hilfsprogramme für die Milchbauern. „Das Land Niedersachsen hat sich mit keinem Cent an der Finanzierung der Hilfsprogramme beteiligt“, bedauerte sie die Haltung des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums.

 

Echt grün-Eure Landwirte: Landwirtschaft zeigt Gesicht – Regionale Aktionen unter dem Motto „Wir machen Euch satt“

Die mediale und gesellschaftliche Auseinandersetzung um die „richtige“ Landwirtschaft ist zu einem ideologischen Dauerstreit geworden, in der die Landwirtschaft in „böse“ und „gut“ eingeteilt wird. Die Art und Weise der Kritik an konventioneller Landwirtschaft ist dabei streckenweise außer Kontrolle geraten. Die Missachtung  trifft viele Familienbetriebe und die Menschen in der Landwirtschaft bis ins Herz. Betroffen sind hiervon vor allem die tierhaltenden Betriebe, unabhängig von ihrer Wirtschaftsweise (ökologisch oder konventionell). Gleichzeitig wissen die Verbraucher immer weniger, wie heute Lebensmittel erzeugt werden. Radikale Anti-Agrar-Aktivisten nutzen dieses Unwissen, um mit ihren Bildern ihre Ideologien medial zu vermarkten und Spendengelder für ihre Organisationen einzuwerben.

Die Veranstalter der Aktion „Wir machen Euch satt“ fordern eine vorurteilsfreie Betrachtung der modernen Landwirtschaft und eine sachliche Diskussion, frei von Ideologien. „Redet mit uns, nicht über uns!“ fordern die beteiligten Landwirte auf vielen Veranstaltungen, die  regional und zeitgleich zur Demonstration in Berlin am 21.01.2017 ablaufen.

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Dirk Hanken (4. v.re.) und Rainer Mönnich (im Anhänger) überbrachten die Spende an „Radieschen“ in Berne.

Auch der Kreislandvolkverband Wesermarsch engagierte sich zum Thema „Wir machen Euch satt“  innerhalb der Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“ und spendete am 18. und 19.1.2017 frische Lebensmittel an die Ausgabestellen „Radieschen“ in Berne und „Langer Tisch“ in Jaderberg. Insgesamt wurden 600 kg Kartoffeln sowie 210 l Milch und 450 Joghurts verteilt.

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Ine Ammermann (Mitte) freut sich über die Lebensmittel, die Rolf Baumann (li.) und Heiko Wessels (re) überreichten.

Die Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“ will die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf die Bedeutung ihres Berufsstandes lenken: „Wir Landwirte sorgen jeden Tag dafür, dass die Verbraucher mit gesunden und wertvollen Lebensmitteln versorgt werden. Darauf sind wir stolz, denn wir leisten eine wertvolle Arbeit für unsere Gesellschaft und für die Gemeinschaft. Die Herstellung landwirtschaftlicher Produkte erfolgt durch unsere Familienbetriebe mit großem Aufwand. Bei uns packen alle mit an und zwar 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Und die tägliche Arbeit mit den Nutztieren ist für uns nicht irgendein Job, sondern wird mit großer Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere geleistet.“

 

Pressemeldung
Geplante Änderung des Niedersächsischen Wassergesetzes
ist ein massiver Eingriff in die Eigentumsrechte
Mit Kabinettsbeschluss vom 29. November 2016 hat die Landesregierung einen Entwurf des Niedersächsischen Umweltministeriums zur Änderung des Landeswassergesetzes sowie weiterer Gesetze für die Verbandsanhörung bis zum 13. Januar 2017 freigegeben. Gleichzeitig wurde eine Ankündigung gemacht, dass es zu keinerlei Fristverlängerungen kommen wird. Die geplanten Änderungen des Landeswassergesetzes haben gravierende Auswirkungen auf die Landwirtschaft und den ländlichen Raum in den Landkreisen Friesland und Wesermarsch und weit darüber hinaus.

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U.a. ist ein absolutes Ausbringungsverbot von Düngemitteln aller Art einschließlich Wirtschaftsdünger und Pflanzenschutzmitteln auf einem 5 Meter breiten Randstreifen entlang aller Oberflächengewässer unabhängig von ihrer Wasserführung vorgesehen.
Das Gewässernetz umfasst im Landkreis Wesermarsch über 20.000 km. Aufgrund der Flächenstruktur wären ca. 18% der landwirtschaftlichen Nutzfläche, somit über 10.000 ha von einer derartigen Regelung im Landkreis betroffen. Aus Sicht des Kreislandvolkverbandes stellt dieses Vorhaben einen massiven Eingriff in die Verfügbarkeit von Grund und Boden dar und käme einer Enteignung gleich.
Flächenverluste von 15% und mehr hätten massive Umsatzeinbußen für unsere Betriebe zur Folge. Die Futterverluste müssten durch Zukauf von Grundfutter ausgeglichen werden. Die geplanten Randstreifen wären wirtschaftlich nicht mehr nutzbar, Verpächter könnten diese nicht mehr gegen Entgelt verpachten.
Die heutige Ausbringungstechnik bei Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln ist derart exakt, dass ein 5 m Randstreifen völlig unverhältnismäßig wäre, ein pauschaler Verbotsabstand von mehr als 1 m von der Graben-/Gewässeroberkante ist daher nicht begründbar und auch nicht akzeptabel.
Auch die geplante Ermächtigung der Wasserbehörden, per Rechtsverordnung an Oberflächengewässern Entwicklungskorridore mit bis zu 25 Meter herzurichten, stößt auf völliges Unverständnis. Das Land plant hier entsprechende Vorkaufsrechte für das Land, für Kommunen oder sonstige Körperschaften. Bisher wurden und werden derartige Vorhaben im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen auf freiwilliger Basis mit den Grundeigentümern und Entwässerungsverbänden vereinbart. Hier bedarf es aus Sicht des Kreislandvolkverbandes keinerlei Vorkaufsrechte Dritter.
Ebenfalls für mehr als bedenklich hält der Kreislandvolkverband den Vorschlag, die bisherige landesrechtliche Abweichung vom Bundesrecht, nach der bei der Gewässerunterhaltung dem ordnungsgemäßen Wasserabfluss ein relativer Vorrang vor ökologischen Gewässerentwicklungszielen zukommt, zu streichen. Gerade in unseren Regionen mit Höhenlagen von plus 2 Meter über dem Meeresspiegel bis hin zu 4 Meter unter dem Meeresspiegel ist der ordnungsgemäße Wasserabfluss die Lebensgrundlage
sowohl für die gesamte Landwirtschaft und dem ländlichen Raum als auch für alle Siedlungsbereiche im Landkreis. Jegliche Eingriffe, Verschlechterungen etc. in das Gewässersystem würden zur Folge haben, dass der Hochwasserschutz in unserem Gebiet dauerhaft nicht mehr gewährleistet sein könnte. Gerade in den letzten Jahren haben starke Niederschlagsereignisse in den Sommermonaten, aber auch in den Wintermonaten zu Problemen geführt, wenn nicht alle Gewässer ordnungsgemäß unterhalten sind. Bereits jetzt ist zu erkennen, dass Siedlungsbereiche in Niederungen Probleme mit dem Wasserabfluss haben. Wenn es hier zu weiteren Beeinträchtigungen durch ökologische
Auflagen in Gewässern käme, ist zu befürchten, dass sukzessiv in einigen Regionen dauerhafte Vernässungen die Folge sind.
Enttäuscht zeigt sich der Kreislandvolkverband von der Tatsache, dass derartig umfangreiche Neuregelungen über den Jahreswechsel in eine 5 wöchige interne Verbandsanhörung gehen ohne jegliche Fristverlängerung. Hier entsteht der Eindruck, dass über den Jahreswechsel Fakten auf den Weg gebracht werden sollen, die dann im Anschluss als gesetzt gelten. Der Kreislandvolkverband Wesermarsch fordert daher in einem Brief sowohl Herrn Minister Stefan Wenzel als auch Herrn Ministerpräsident
Stephan Weil auf, das geplante Gesetzesvorhaben in der vorgelegten Form zurückzuziehen.
Mit freundlichem Gruß
gez. Dr. Karsten Padeken
1. Vorsitzender

Landwirtschaftlicher Fachbeitrag bekommt Feinschliff

Mitte Januar trafen sich LandwirtInnen des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch mit Mitarbeitern des Landkreises und der Landwirtschaftskammer zum Abschlussforum, um dem „Landwirtschaftlichen Fachbeitrag“ den letzten Feinschliff zu verpassen. Ausgewählte Themen wurden vorgestellt und Änderungen eingeflochten. Im Februar wird der Fachbeitrag offiziell dem Landkreis übergeben. Er ergänzt das Landesraum-ordnungsprogramm und enthält die für die Landwirtschaft bedeutsamen Aspekte.

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Matthias Wenholt vom Landkreis Wesermarsch lobte die konstruktive Herangehensweise, mit der die beteiligten LandwirtInnen und Landfrauen wichtige Handlungsvorschläge in verschiedenen Bereichen – sei es der demografische Wandel, die Daseinsvorsorge oder Entwicklungsmöglichkeiten der Landwirtschaft- in den „Landwirtschaftlichen Fachbeitrag“ eingebracht haben. Dieser Fachbeitrag, entstanden unter der Leitung von Renko Eilts (LWK Oldenburg), kann für verschiedenste Themen, die mit der Landwirtschaft der Wesermarsch in Verbindung stehen, genutzt werden. Die Daten sind auf dem neuesten Stand, das Kartenmaterial stellt die aktuelle Nutzung der Flächen, die Ertragsstärken, Bodenarten und Bewirtschaftungsmöglichkeiten dar.

Dr. Karsten Padeken bedankte sich bei allen TeilnehmerInnen und beim Landkreis:“ Dem Landkreis ist die Landwirtschaft und ihre Perspektive wichtig. Der Fachbeitrag dient auch der Politik zur Entscheidungsfindung“.

 

Sep
11
Mo
Düngung und Düngeverordnung @ Markthalle Rodenkirchen
Sep 11 um 20:00

Infoveranstaltung in der Markthalle Rodenkirchen mit Herrn Tim Eiler, Experte in Sachen Düngung und Düngeverordnung von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen