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Landwirtschaft
Unter dem Begriff Landwirtschaft werden wirtschaftliche Aktivitäten verstanden, bei denen Produktionsfaktoren wie Boden und Nutztiere neben Arbeit, Kapital und Know-how eine übergeordnete Rolle spielen. Das vorrangige Ziel ist die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte. Landwirte sind Personen, die haupt- oder nebenerwerblich eine Landwirtschaft betreiben. In der EU zählt die deutsche Landwirtschaft zu den vier größten Produzenten. In den Industrienationen ist die Landwirtschaft geprägt von modernster Technik. Für den menschlichen Verzehr produziert die Landwirtschaft – neben den tierischen Produkten – vor allem pflanzliche Erzeugnisse wie Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben, Ölsaaten, Obst und Gemüse. Die Tierproduktion dient heutzutage primär der Lebensmittelproduktion. Ein kleiner Teil der Agrarrohstoffe wird für die Herstellung von Bekleidung verwendet. Darüber hinaus werden Anbauflächen zur Erzeugung von Bioenergie und Biorohstoffen genutzt. In der Landwirtschaft gibt es verschiedene Betriebsformen, unterschieden wird zwischen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft.
Deutschland hat insgesamt eine Fläche von 357.125 km², davon werden 52,4% landwirtschaftlich genutzt. die restliche Fläche teilt sich auf in Wald (30,1%), Siedlungs- und Verkehrsflächen (13,3%) Wasserflächen (2,4%) und Sonstige Abbauflächen (1,6%) wie Braunkohletagebau und Steinbrüche.
Die größten landwirtschaftlich genutzten Flächen sind in Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.
Die Landwirtschaft in Niedersachsen ist vielfältig und sehr erfolgreich. Bei vielen Produkten ist sie unbestritten „Marktführer in Deutschland“, denn hier in Niedersachsen wird fast die Hälfte der deutschen Kartoffeln, zwei Drittel der Masthühner und über zwei Drittel der Heidelbeeren erzeugt.
Als größter Flächennutzer bewirtschaftet die Landwirtschaft in Niedersachsen insgesamt 2,6 Millionen Hektar, davon 1,9 Millionen Hektar als Ackerland, 0,7 Millionen Hektar als Dauergrünland sowie rund 20.000 Hektar als Dauerkulturflächen. Unterschiedliche natürliche Standortbedingungen haben dazu geführt, dass sich jeweils besondere landwirtschaftliche Schwerpunkte und Strukturen in den fruchtbaren Bördelandschaften, auf den Marschböden, in den Flussniederungen, in den Mittelgebirgen und in den Moor- und Geestlandschaften entwickelt haben.
Die Betriebsgrößen sind sehr unterschiedlich und reichen von wenigen Hektaren in spezialisierten Gartenbaubetrieben bis hin zu großen Ackerbaubetrieben mit mehreren Hundert Hektaren. Im Durchschnitt der amtlichen Statistik sind niedersächsische Haupterwerbsbetriebe (Einzelunternehmen) 83 Hektar groß. Etwa 3/4 aller landwirtschaftlichen Betriebe halten Tiere, vor allem Milchvieh und Schweine.
Mit einem Produktionswert von 11,7 Milliarden Euro ist Niedersachsen das Agrarland Nummer 1 in Deutschland. Den größeren Anteil hat dabei die Tierhaltung mit 60 %. Wertmäßig die wichtigsten landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Milch, Schweine, Geflügel und Eier sowie Getreide.

Niedersachsen ist nach Bayern das wichtigste Milcherzeugerland in Deutschland. Bezogen auf die bundesweite Milchanlieferung werden in Niedersachsen knapp 20 Prozent oder etwa ein Fünftel der Milch produziert.
In circa 10.400 landwirtschaftlichen Betrieben stehen rund 870.000 Milchkühe, die jährlich annähernd 6,9 Millionen Tonnen Milch erzeugen.
Von der insgesamt pro Jahr erzeugten Milchmenge werden gegenwärtig etwa 6,3 Millionen Tonnen Milch an die Molkereien zur Weiterverarbeitung zu Trinkmilch, Butter, Käse, Milchpulver, Sahne und Joghurt geliefert. Im Jahr 2015 waren 22 Molkereien mit 29 Betriebsstätten in Niedersachsen ansässig.
Die Molkereiwirtschaft verfügt über einen qualitativ hochwertigen Rohstoff in Form der Anlieferungsmilch, zumal Milcherzeuger und Molkereien große Anstrengungen unternehmen, um dem Verbraucher ein hochwertiges, gesundheitlich unbedenkliches Nahrungsmittel zu liefern.
Die niedersächsische Milcherzeugung konzentriert sich schwerpunktmäßig auf den Grünlandgürtel im Küstengebiet, weil hier die günstigsten natürlichen Standorte für eine ertragreiche und erfolgreiche Milchwirtschaft gegeben sind.
In Niedersachsen stehen im bundesweiten Vergleich überproportional viele Kühe auf der Weide – in bäuerlichen, kleinen und mittleren Strukturen. Etwa 70 Prozent der niedersächsischen Kühe haben – mindestens zeitweise – Zugang zu einer Weide.
Der Grünlandanteil in der Wesermarsch liegt mit 87% deutschlandweit am höchsten. Knapp 90% der Milchkühe stehen hier auf der Weide.