Moor-PV braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Mit dem Entwurf für das EEG 2027 steht eine wichtige Entscheidung für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien bevor. Das Landvolk sieht bei der geplanten Förderung von Photovoltaikanlagen auf wiedervernässten Moorflächen noch deutlichen Nachbesserungsbedarf.

Moor-Photovoltaik kann mehrere Ziele miteinander verbinden: Klimaschutz durch Wiedervernässung, die Erzeugung erneuerbarer Energie, mehr Biodiversität und zusätzliche Wertschöpfung im ländlichen Raum. Damit solche Projekte auch über einzelne Vorhaben hinaus umgesetzt werden können, müssen sie wirtschaftlich tragfähig sein.

Der aktuelle Entwurf sieht für Moor-PV einen Bonus von lediglich 0,5 Cent je Kilowattstunde vor. Aus Sicht des Landvolks reicht das nicht aus. Bei der Planung und Errichtung von Photovoltaikanlagen auf wiedervernässten Moorflächen sind besondere Gründungs- und Aufständerungskonzepte, Genehmigungsverfahren sowie Planungs- und Entwicklungsaufwendungen zu berücksichtigen.

Lars Kaper, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Friesland, kennt die Herausforderungen aus eigener Erfahrung. Gemeinsam mit seinem Schwager Andreas Rengstorf hat er nach einer fünfjährigen Planungs- und Bauphase Anfang dieses Jahres eine großflächige Photovoltaikanlage auf einem wiedervernässten Moor in Betrieb genommen. Auf rund 40 Hektar ehemaligem Weideland stehen aufgeständerte Solarmodule.

Das Landvolk fordert deshalb, den Bonus für Moor- und Agri-PV auf mindestens 2,5 Cent je Kilowattstunde anzuheben. Außerdem sollte die CO₂-Minderung durch die Wiedervernässung wirtschaftlich stärker berücksichtigt werden. „Durch die Errichtung und Wiedervernässung der Moorböden wird ein doppelter Effekt erzielt. Es wird umweltfreundlicher Strom produziert und es werden CO₂-Emissionen reduziert, die sonst aus dem trockenen Moorboden entweichen. Hierfür fordern wir eine Vergütung für die Emissionsreduktion, die jährlich stattfindet“, sagt Lars Kaper.

Gleichzeitig darf der Ausbau der Freiflächen-Photovoltaik nicht zu einer zunehmenden Konkurrenz um landwirtschaftliche Nutzflächen führen. Vorrang sollten versiegelte, vorbelastete oder bereits anderweitig genutzte Flächen haben. Auch wiedervernässte Moorflächen können einen wichtigen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien leisten.

Die Energiewende muss Klimaschutz, Energieerzeugung und Landwirtschaft zusammen denken. Dafür braucht es faire und verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Nur dann können innovative Projekte wie Moor-PV in größerem Umfang umgesetzt werden.

Weitere Eindrücke und Informationen zur Moor-PV gibt es im folgenden Video: https://youtube.com/shorts/yw5mRZ0skA4?si=LTVDznbqL0LyHjoW