Zukunftstag in Varel und Zetel: Landwirtschaft zum Anfassen und weitererzählen

Am 23. April 2026 tauschten Schülerinnen und Schüler das Klassenzimmer gegen Stall, Trecker und Weide. Beim Zukunftstag in der Landwirtschaft öffneten in Varel der Betrieb Kaper und in Zetel der Betrieb Haschen ihre Hoftore. An beiden Standorten hatten angehende Landwirtinnen und Landwirte den Tag vorbereitet: In Varel die Berufsschüler der BBS 3 Oldenburg, in Zetel die Schülerinnen und Schüler des einjährigen Bildungsgangs Agrarwirtschaft der BBS Varel. Unterstützt wurden sie von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie dem Kreislandvolk Friesland & Wesermarsch.

An mehreren Stationen konnten die Kinder den Arbeitsalltag auf einem Milchviehbetrieb kennenlernen. In Varel schätzten sie, wie viel eine Kuh am Tag frisst. Die meisten tippten auf etwa vier Kilo. Tatsächlich sind es rund 50 Kilogramm. Im Betonmischer durften sie selbst eine Futterration zusammenstellen und mischen. Zudem wurde das Melken per Hand ausprobiert.

In Zetel erklärten unter anderem die Fachschüler Mareike und Heiko, warum es Ohrmarken gibt sowie wann und wie sie gesetzt werden. Auch die Anatomie der Kuh wurde besprochen: Die Kinder erfuhren, wie viele Mägen eine Kuh hat und dass sie jeden Bissen bis zu 70 bis 80 Mal wiederkäut. Adam (11 Jahre) kommentierte das knapp: „Naja, die hat ja auch Zeit.“ Lenn-Louis (5. Klasse) ergänzte eine weitere Erkenntnis: „Ich weiß jetzt, warum der Netzmagen Netzmagen heißt. Der funktioniert wie ein Sieb.“

Auch die Technik spielte eine Rolle. Die Kinder prüften Trecker auf Einsatzbereitschaft: Kühlwasser, Diesel, Luftfilter, Beleuchtung. In Varel schmierten sie Fettnippel am Kreiselheuer und fuhren Trecker in zwei Varianten – einmal selbst am Steuer, einmal mit GPS. Beim Parcours war die Begeisterung an beiden Orten greifbar. Auch Pflanzenkunde und Getreidebestimmung standen auf dem Programm.

Im Stall durften die Kinder die Tiere hautnah erleben. Neben Füttern und Ausmisten wurden auch Freundschaften geschlossen. Hedda, Dana und Martha streichelten eine besonders zutrauliche Kuh so lange, bis diese ihnen durch den Stall folgte. Die drei tauften sie kurzerhand „Roberta“.

Am Ende waren sich die Kinder an beiden Standorten einig: Der Tag war vor allem deshalb so spannend, weil sie so viel selbst ausprobieren durften.

Einen besonderen Aspekt brachte der Standort Zetel mit: Neben den Zukunftstag-Teilnehmenden absolvierten auch angehende Sozialpädagogische Assistentinnen und Assistenten im ersten Lehrjahr alle Stationen. Sie werden später beruflich täglich mit Kindern arbeiten und können das Erlebte dort weitertragen – als Gesprächsstoff, als Projektidee oder als eigenen Baustein in ihren Einrichtungen.